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Süditalien April / Mai 2008 - ein Reisebericht von Bernd Loewe

Quick-Safe - „Ölmühle“

Nach Ostern war das Reisemobil gepackt, ein Abstecher bei der Firma „Ölmühle“ war eingeplant, ein großes Schiebefenster unseres Mobil sollte mit einer Federstange vor dem Öffnen von außen gesichert werden. Die anderen Fenster unseres Mobils eignen sich nicht so sehr für einen Einbruch. Doch Respekt vor den Diebstahlwarnungen in Italien? Ja und Nein, in allen Ländern besteht diese Gefahr. Eine kleine weitere optisch sichtbare Vorsorge kann daher nicht schaden. Wir nutzen ja auch schon seit Jahren den „WOMO Knackerschreck“, der in den beiden Türen der Fahrerkabine an den Armlehnen eingehängt wird, eine von außen gut sichtbare Sicherung, die mit Krallen aus 10 mm starken Edelstahl auch in unseren neuen Sprinter problemlos passen.

Oelmühle Sicherung

Unser Besuch in der „Ölmühle“ 51399 Burscheid (www.quick-safe.de) war telefonisch bei Klaus-Dieter Zischke angemeldet, der späte Nachmittag als Termin stellte kein Problem dar. Mit wenigen Handgriffen nach der individuellen Anpassung in der Länge war die Sicherung eingebaut.

Treffen der Weitreisenden - 545 Kilometer

Am letzen Wochenende im März waren wir in Kitzingen mit Teilnehmern der „Weitreisenden“ zu einem Treffen verabredet. Das ist eine lockere Reisemobilgemeinschaft, die sich über Fernreisen austauscht. Denn unser eigentliches Reiseziel dieses Jahr war Libyen, diese Reise haben wir kurzfristig mangels ausreichender Teilnehmer absagen müssen. Da sich Interessenten für so eine Tour in diesem Kreis befinden, ist das Treffen eine gute Gelegenheit, Pläne für das nächste Jahr zu schmieden.

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Viele nette interessante Reisemobilsten

Der an sich schöne Stellplatz direkt am Main war wegen des Anfangs nassen Wetters etwas schlammig. Neben dem Stellplatz fand das Frühlingsfest statt, eine kleine, aber laute Kirmes. Das Wetter besserte sich von Tag zu Tag, am Sonntag schließlich saß die gut gelaunte Runde auf den „Stühlchen“ und plauderten über ihre Reisen.

Am Freitagnachmittag nahmen wir gemeinsam an einer zweistündigen Stadtführung durch Kitzingen teil. Das Highlight war jedoch der Samstagvormittag, wo wir von Herrn Böhm, dem Bürgermeister, in den historischen Saal des Rathauses eingeladen worden waren. Herr Vierrehter, der Leiter der Tourist-Information, unterhielt uns bestens als Hofrat in historischem Kostüm und die beiden Wein- und Gemüseköniginnen schenkten Frankenwein aus. Die beiden Repräsentanten der Stadt Kitzingen zeigten großes Interesse an den verschiedenen Reisen, die die Clubmitglieder der Weitreisenden schon unternommen hatten.

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Der Clubvorsitzenden der Weitreisenden, Evelin, wurde für ein Jahr als „Ihre Lieblichkeit“ symbolisch die Krone aufgesetzt. Willi, ihr Angetrauter, muss jetzt für ein Jahr täglich den Kniefall der Demut vor ihr üben. 

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Anreise nach Italien

Nach diesem Wochenende, am 30. März begann unsere Reise in den Süden Italiens. Aber vorher übernachteten wir mal wieder in Leonberg, ein Besuch unserer „Stammpizzeria“ in der Altstadt war obligatorisch. Am Montag suchten wir die Firma Woelcke auf, die Motorrollerbühne benötigte noch ein Verlängerung aus Alu-Riffelblech. Das war schnell erledigt. Gegen Mittag rollten wir Richtung Schweiz, Anfangs noch bei trockenem Wetter, vor dem Gotthardtunnel fing es an zu regnen.

Hier beginnt der eigentliche Reisebericht unserer Tour

Als Vorbemerkung sei noch gestattet, dass wir nicht den Ehrgeiz haben alle Kulturstätten zu besuchen, die in Italien auf Besucher warten. Daher erwarten wir gerne die Kommentare, die uns vorab in den Ohren klingeln: „Wie, da wart ihr nicht!?” Nein, wir schauen uns sicherlich gerne kulturelle und historische Höhepunkte an, erfreuen uns daran, drehen aber nicht jeden historischen Stein um. Menschen beobachten, schöne Landschaften und relaxen, auf den Mix kommt es uns an.

1. Etappe Italien nach Bereguardo - 645 Kilometer

Wir überlegten welchen Übernachtungsplatz wir aufsuchen sollten. Da uns kein Stau aufhielt, waren wir bereits am Nachmittag hinter dem Gotthard, der Regen hatte aufgehört. Kurz haben wir den leeren Parkplatz des Ariolo-Liftes aufgesucht, ein akzeptabler Übernachtungsplatz, der noch an den Rändern hohe Schneereste aufwies (AS Ariola direkt hinter dem Tunnel). Da es noch früh war, suchten wir den Übernachtungstipp von Schulz in Coma auf, am Fußballstadium. Der gefiel uns überhaupt nicht, nur schmale Pkw-Parkplätze direkt an der Straße. Nach kurzer Überlegung fuhren wir weiter nach Bereguardo, ein weiterer Tipp von Scholz. Der dortige ebene Parkplatz am Friedhof bot viel Platz für eine ruhige Nacht. Nun, nicht allein der Friedhof war Grund für die ruhige Nacht, die kleine Landstraße neben dem Parkplatz war Nachts quasi verkehrsfrei.

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Für unser Mobil mit über 3,5 t und Zwillingsreifen sind bis dahin Autobahngebühren der „Classe B“ in Höhe von 5,80 Euro in drei Kleckerbeträgen fällig geworden, kassiert von den modernen „Raubrittern“ der Autobahn, die in kleinen Häuschen kauernd, die Schranke erst öffnen, wenn die Euros in die hohle Hand rollten. Übrigens, auch in diesem Jahr ist es uns aufgefallen, die Italiener haben merkwürdige Essgewohnheiten, überall auf der Autobahn zu sehen; „Autogrill“, ob das schmeckt? 

1. April - 325 Kilometer nach Florenz

April, April, keiner hat uns heute in den denselben geschickt. Die älteren Herrschaften des Ortes Bereguardo besuchten ihre Angehörigen auf dem Friedhof und betrachteten etwas misstrauisch unsern „BIG GRASSHOPPER“. Was den Autor stutzig machte, es waren ausschließlich Frauen. Also leben diese doch länger? Egal, gut ausgeschlafen und frisch geduscht rollten wir bei freundlichem sonnigen Wetter um 20 Grad Richtung Autobahn. Wir haben kurz entschlossen entschieden, zunächst Florenz zu besuchen und die A 1 durch die Toskana zu befahren.

Hunderte von Lkws haben die gleiche Strecke gewählt. Die Autobahn glich mehr einer Achterbahn, so viele Kurven, Berg auf und Berg ab. Der Sprinter 518 cdi machte seine Sache gut, trotz vieler Überholmanöver am Berg blieb der Verbrauch im Schnitt knapp unter 15 Liter. Schließlich war das Gesamtgewicht von 5 t leicht überschritten, der volle Wassertank, der volle Gastank, der Motorroller … usw. Heute betrugen die Autobahngebühren insgesamt 19,80 Euro, immerhin etwa 6,20 Cent pro Kilometer.

Erster Tag Florenz - Info Wikipedia

Am frühen Nachmittag trafen wir auf dem Campingplatz „Michelangelo“ ein. Die Gebühren für zwei Personen auf den schön grün gelegenen Stadtplatz mit Blick auf Florenz betragen mit Strom (obligatorisch) schlichte 34,40 Euro pro Tag.

Wir schlängelten uns an den Olivenbäumen vorbei, dessen Zweige quietschend an unserem Mobil schleifen. Irgendwann sind die obligatorischen Gebrauchsspuren eben fällig, aber die sichtbaren Spuren hielten sich in Grenzen.

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Wir wurden mit einem halbwegs geraden Platz belohnt und konnten ein wenig Sonne genießen. Per Zufall konnte auch ein Foto von oben gemacht werden, sieht gar nicht nach Campingplatz aus! 

Nach einer kurzen Ruhezeit nutzen wir das schöne Wetter und schlenderten über den in der Nähe des Campingplatzes gelegenen „“Piazzale Michelangelo“ mit tollem Blick in der Nachmittagssonne auf Florenz.

Ponte Vecchio

Über die berühmte Brücke „Ponte Vecchio“ mit den vielen Schmuckgeschäften und noch viel mehr Besuchern überquerten wir den Arno und erreichten die Altstadt. Herrlich das Ambiente am „Palazzo Vecchio“ und vieles mehr, aber auch schon zu dieser Jahreszeit viele Touristen.

Nach einem ersten ausgiebigen Rundgang fanden wir in einer Nebengasse eine kleine gemütliche Pizzeria. Für 32 Euro, zwei Pizzen, eine Flasche toskanischen Rotwein und zwei Kaffee „lungo“ (Espresso mit doppelt so viel Wasser).

Der Urlaub hat begonnen!

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Zweiter Tag Florenz

Am Morgen war es bewölkt, aber die Sonne kämpfte sich immer wieder durch die dünne Wolkenschicht. Heute Vormittag war kurzer „Hausputz“ angesagt, außen waren die Scheiben fällig, innen war auch der eine oder andere Handgriff angesagt. Zu Belohnung kam die Sonne heraus, also die Stühlchen ausgepackt und ein wenig relaxt.

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Dom Santa Maria del Fiore

Natürlich war am frühen Nachmittag ein weiterer Bummel durch die Stadt geplant, der Dom war ein willkommener Aufenthaltsort, denn zwischenzeitlich fiel leider ein leichter Regen.

Das aufwändige Äußere des Doms wich dem ehr schlichten inneren Teil, unendlich hoch mit schönen Fenstern und über der Sakristei herrliche Kuppelfresken. Die vielen Touristen verursachten eine Geräuschkulisse wie in einer Bahnhofshalle, da wurde telefoniert, gelacht, laut gesprochen, einige saßen auf dem Boden. Mir fehlte selbst als eingefleischter Atheist der doch eigentlich selbstverständliche Respekt und Toleranz in einer Kirche, denn in einem Nebenschiff wurde ein Gottesdienst abgehalten. Eine etwas despektierliche Atmosphäre, die nicht unbedingt zum längeren Verweilen einlud.

Gegenüber auf dem Domplatz das Baptisterium, einmalig sind die Bronzeportale, das älteste stammt aus dem Jahr 1330 und zeigt 20 Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers.

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Ponte Vecchio, Uffizien und Palazzo Pitti stehen hier nur Beispielhaft für die “Metropole der Kunst”

Der Regen hatte aufgehört, noch mal schlenderten wir durch die Straßen und saßen später in einem kleinen Restaurant in einer Nebenstraße. Allerdings wurden wir wegen unserem „Cane“ (Hund) höflich in einen Nebenraum gebeten, aber zu unserer Freude haben wir für 30 Euro noch besser gegessen als am Vortag.

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Internet

Ein Versuch eine halbe Stunde Internet für 2,70 Euro zu mieten scheiterte, es wurde ein Ausweis verlangt, der lag allerdings in der Rezeption des Campingplatzes. Was mal wieder für die normalen Stellplätze spricht, auch wenn Gebühren verlangt werden, irgendwelche bürokratischen Anmeldeverfahren und hinterlegen der Ausweise (hier sogar beide!) sind nicht erforderlich. Später haben wir erfahren, dass es ein Gesetz gibt, wonach sich Internetnutzer ausweisen müssen, Hintergrund ist die Terrorismusbekämpfung.

Diese Speisenkarte war ein wenig “hochpreisig”

 

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