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Vorbemerkung Diese Tourbeschreibung “Sardinien mit dem Reisemobil” hat nicht den Anspruch einer vollständigen Inselbeschreibung mit allen ihren Schönheiten und sehenswerter Kultur, sondern das ist vielmehr eine individuelle Entdeckungstour. Unterbrochen immer wieder von einigen geruhsamen Urlaubstagen in einer besonders schönen Region. Eindrucksvolle Bilder und Beschreibungen über Sardinien haben uns im Vorfeld neugierig gemacht. Gewarnt wurden wir vor der Hauptsaison, im Juli und August herrscht auf der Insel ein heftiges Getümmel bei manchmal unerträglicher Hitze. Der Michelin Reise-Verlag (Der grüne Reiseführer Italien) schreibt einleitend über Sardinien: „Bei dem Versuch, sich eine Urlandschaft unserer Erde vorzustellen, mag diese Insel den Träumen sehr nahe kommen: Von Wind und Wasser geformte Felsen, Stille, nur von den Geräuschen der Natur unterbrochen, Wälder von Korkeichen, Steineichen und Oleander, Düfte von Kräutern und beeindruckendes klares Meerwasser.“ Das ganze gepaart auf 23.318 Quadratkilometern, mit einer Geschichte, die weit bis vor Christi zurückreicht. |
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Bei den Reisevorbereitungen sind wir auf den erst im Juli 2005 erschienen Sardinien Wohnmobil-Tourguide von Peter Höh gestoßen. Ein Sardinienkenner, der die Insel mit dem Reisemobil befahren hat. Das lesen dieses gut gemachten Reiseführers hat die Planung sehr vereinfacht, die vielen offiziellen Stellplatztipps und Wasserstellen (mit GPS-Koordinaten) waren verlockend. Unterstützt wurde die Planung von einer älteren Reiseführerausgabe (1989) Sardinien aus dem Verlag Velbinger. Schon hier wurden Razzien der Reisemobile durch die Polizei an bestimmten Strandabschnitten beschrieben. |
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Zunächst haben wir uns um die Fährverbindungen gekümmert. Da wir Camping an Bord von den griechischen Fähren schätzen kennen gelernt haben, lag der Schwerpunkt auf Gesellschaften, die diese Möglichkeit bieten. Von der Reederei Moby Lines, die mit der „Moby Rider“ Camping an Bord anbietet, haben wir schnell Abstand genommen. Das soll ein uraltes qualmendes Fährschiff sein, das vorwiegend dem Lastverkehr dient. Ein echter „Seelenverkäufer“, wie uns Nutzer dieser Fähre berichteten. Mit der „Linea dei Golfi“ glaubten wir eine Alternative gefunden zu haben. Eine Buchung über das Internet ist ebenso möglich, wie eine Buchung bei dem Sardinienspezialisten TURISADA in Düsseldorf. Die persönliche Beratung am Telefon war ausgezeichnet und hat durch den Dschungel der Tarife geführt. Hier können ohne Aufpreis die günstigsten Tarife gebucht werden. Innerhalb von 24 Stunden waren die Tickets im Briefkasten. Für die Hinfahrt haben wir eine Nachtfahrt von Livorno nach Olbia gewählt, zurück eine Tagesfahrt von Olbia nach Piombino. Bei vorheriger Buchung gab es für die Tagesrückfahrt 50% Rabatt. Unser über 7,70 Meter langes (einschließlich Motorrollerträger) Robel-Mobil kostete daher hin und zurück rund 290 Euro in der günstigen Nebensaison. Nicht vergessen: Für alle überhängende Lasten, wie Fahrradträger (auch ungenutzte!), Gepäckboxen oder Motorrollerträger am Heck des Reisemobils ist in Italien eine spezielle für Italien zugelassene Alu-Warntafel vorgeschrieben. Kosten so um die 30 Euro. Ein Bußgeld ist erheblich höher! Na ja, die wiederum spezielle spanische Warntafel kostet sogar um 40 Euro, auch im vereinten Europa ist so etwas nicht einheitlich geregelt. Unterwegs berichtete ein Sardinienkenner, dass er seit Jahren mit einem Heckträger und zusätzlicher Rückleuchteneinheit problemlos sein Motorrad ohne diese Tafel transportiert. |
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Es stellt sich auch die Frage, ob die öffentlich zugänglichen Wasserhähne für die Versorgung von in der Regel mindestens hundert Liter Wasser von Reisemobilisten legal genutzt werden dürfen? Ist eine Grauwasserentsorgung in die Landschaft tatsächlich unbedenklich? Wo bleibt der Toiletteninhalt? Ich möchte hier allerdings nicht als „Säulenheiliger“ dastehen, denn Campingplätze sind auch mir in der Regel ein Gräuel. Daher sind für mich die offiziellen Reisemobil-Stellplätze auf Sardinien gegen weitgehend akzeptablen Gebühren mit einer entsprechenden Infrastruktur (in der Regel mit Ver- und Entsorgung, Strom und manchmal Duschen) sicherlich eine gute Alternative. |
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Sardinien (italienisch: Sardegna), zu Italien gehörige Insel im Mittelmeer, westlich von Italien, unmittelbar südlich von Korsika, von dem es durch die Straße von Bonifacio getrennt ist. Zusammen mit einigen Nebeninseln bildet Sardinien die gleichnamige italienische Region. Sardinien ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer, rund 267 Kilometer lang, 120 Kilometer breit und 23.318 Quadratkilometer groß. Höchste Erhebung der gebirgigen Insel sind die Monti del Gennargentu (1.834 Meter hoch). Das fruchtbarste Gebiet befindet sich im Campidano, einer Ebene im Südwesten der Insel. Haupteinnahmequellen sind neben dem Tourismus, Viehzucht und Landwirtschaft. Angebaut werden vor allem Getreide, Oliven, Wein und Tabak. Bedeutend sind ferner Blei-, Zink- und Kupferabbau sowie Salzgewinnung. Hauptstadt der Insel ist Cagliari, weitere wichtige Städte sind Nuoro und Sassari. Die Einwohnerzahl von Sardinien beträgt etwa 1,65 Millionen. Handelsstationen wurden auf Sardinien schon von den Karthagern (phönizischen Kolonisten aus Nordafrika) gegründet. 238 v. Chr. wurde die Insel an Rom abgetreten. Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde Sardinien von den Wandalen erobert, im 6. Jahrhundert n. Chr. fiel es an Byzanz. Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert wurde Sardinien immer wieder von den Sarazenen heimgesucht. In den Jahrhunderten danach kämpften Pisa und Genua um den Besitz der Insel. Der Papst, der die Oberherrschaft über die Insel beanspruchte, übergab Sardinien im 14. Jahrhundert an die Krone von Aragón. Die Aragonier bzw. später die Spanier regierten Sardinien bis zum Utrechter Frieden (1713), durch den die Insel zu Österreich kam. 1720 fiel Sardinien an das Haus Savoyen. Zusammen mit Savoyen, Piemont und Nizza bildete Sardinien das Königreich Sardinien. Erst 1861 wurde Sardinien Teil des Königreiches Italien. NURAGHEN: Diese prähistorischen Denkmäler stammen aus der Bronze- und Eisenzeit, d.h. sie wurden um ca. 1500 vor Chr. Geschaffen. Die meist kegelförmigen Bauten wurden aus grossen Basaltsteinen ohne Mörtel errichtet. Die Haupttürme waren umgeben von Befestigungswällen, kleineren Türmen und manchmal auch von Hütten. Die Türme wuchsen im Laufe der Jahrhunderte zu bis zu vierstöckigen Festungstürmen empor. Gänge, Schiessscharten und Treppen bildeten ein perfektes System zwischen Wohnräumen und Verteidigungsposition. Eine eigene Wasserversorgung mit einem Brunnen war durchaus üblich. Über 7000 Nuraghen finden sich auf der gesamten Insel. Niemand weiss genau wozu sie einst eigentlich dienten - ob es Wachtürme, Kultstätten oder Verteidigungsanlagen waren.
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