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Anreise

Unsere erste Etappenübernachtung fand in 77815 Bühl statt. Der große kostenlose, zwar in der Nähe einer Landstraße gelegene, aber in der Nacht dennoch einigermaßen ruhige Stellplatz am Schwarzwaldbad liegt etwa 6 Kilometer von der Autobahn entfernt. Ver- und Entsorgung ist jeweils gegen 50 Cent möglich. Diesen Platz nutzen wir schon seit Jahren zur Zwischenübernachtung auf unseren Touren in den Süden. Rund 500 Meter entfernt sind mehrere Restaurants im Angebot. Wie konnte es anders sein, wir suchten am Abend in der Altstadt Bühls ein italienisches Restaurant auf. 

Der nächste Tag führte uns in die Schweiz. Die so genannte Schwerlastabgabe, da unser Reisemobil über ein Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen verfügt, haben wir an der Grenze entrichtet. Für 32,50 Franken (25 Euro) kann damit an 10 Einzeltagen (für ein Jahr gültig) die Schweiz durchquert werden.

Auf die Durchquerung des Gotthard via Tunnel haben wir auch in diesem Jahr verzichtet. Der Gotthard lässt sich auch trefflich über die gut ausgebaute Passstraße überqueren. Auf der Passhöhe am Restaurant oder an dem kleinen See werden Reisemobile für eine Übernachtung geduldet. Die Temperaturen auf dem Gipfel lagen bei 5,5 Grad. Da es noch früh am Tag war, sind wir weiter gefahren.

Hinter der San Gottardo Süd Raststätte und der Raststätte Bellinzona Süd befinden sich drei Parkplätze, die sich zum Übernachten anbieten. Erlaubt sind 15 Stunden Aufenthalt. Am besten geeignet erscheint uns der zweite Parkplatz, da leicht unterhalb der Autobahn hinter einem Erdwall gelegen mit einem erträglichem Lärmpegel.

Unser Ziel war der Tipp von Peter Höh, der Stellplatz „Autoparco Comense“ am Stadtrand von Como. Warum auch immer, wir haben den Platz nicht gefunden und sind weiter gefahren. Gegen 18:30 Uhr haben wir eine Pause eingelegt und uns die ersten Wahlhochrechnungen im Fernsehen angehört.

Unser nächstes Übernachtungsziel war mit dem Stellplatzführer der REISEMOBIL INTERNATINAL schnell gefunden, der kostenlose ruhige Stellplatz mit Ver- und Entsorgung  im Ortskern Soragna. Wir sind noch gerade zur rechten Zeit angekommen, um uns am Wahlabend die politische „Elefantenrunde“ im Fernsehen anzusehen, ein Trauerspiel.

Am nächsten Morgen schnell geduscht und die Ver- und Entsorgung genutzt. Gemütlich fuhren wir über die Autobahn Richtung Pisa, um dort vor Livorno an der Küste für einige Stunden eine Rast einzulegen. Leider haben wir kein ansprechendes Plätzchen gefunden.

Überfahrt nach Sardinien Livorno - Olbia

In Livorno haben wir zunächst in der Stadt an einer Meeresbadeanstalt gestanden. Da der Straßenlärm nervte, sind wir bereits gegen Mittag in den Hafen gefahren.

Kurze Zeit später trafen Helga und Kalle ein, mit denen wir einige Zeit gemeinsam Sardinien erkunden wollten.

Ein fremder Reisemobilfahrer erzählte uns, sein Reisemobil wurde während der Stadtbesichtigung gestohlen ... wir wussten nicht so recht, ob der gelassene wirkende Mann tatsächlich die Wahrheit berichtete.

Das Einschiffen auf das offene Deck war problemlos. Leider zogen dicke Wolken auf, unsere Vermutung war richtig, die Überfahrt wurde etwas stürmisch. Die Gicht deckte eine ordentliche Salzschicht auf unser Reisemobil. Erst nach Mitternacht ließ der Sturm nach, in der restlichen Nacht war dann schließlich doch noch ein wenig Schlaf möglich.

Von dem Schiff der „Linea dei Golfi“ waren wir ein wenig enttäuscht. Das Schiff hatte die besten Zeiten lange hinter sich. Das bescheidene Selbstbedienungsrestaurant bot rustikale, aber lauwarme Speisen an, allerdings zu moderaten Preisen. Teller und Besteck waren aus Plastik, selbst der preislich akzeptable Wein (ab 5 Euro die Flasche) wurde - oh Graus - in weißen Plastikbechern gereicht. Pünktlich erreichten wir morgens gegen 7 Uhr nicht so richtig ausgeschlafen den Hafen von Olbia auf Sardinen.

Die Supermärkte der sardinischen Handelskette Nonna ISA (mit einer Sardin in Tracht als Symbol) sei bereits an dieser Stelle besonders empfohlen. Einmal wegen der sardinischen Spezialitäten und Produkte, zum zweiten bleibt das Geld auf der Insel bei den Sarden. Genau so wie bei den Erzeugergenossenschaften „Cantina Sociale“, die auch Wein oder Käse aus der Region anbieten.

Der erste Tag an der Ostküste

Hinter Olbia beginnt eine einzigartige Badeküste mit Stränden, die als „karibische Schönheit“ betitelt werden. Bei San Teodoro haben wir am berühmten Strand „La Cinta“ nach einem ersten Einkauf gefrühstückt. San Teodoro und Budoni sind die touristischen Hochburgen an der Ostküste.

Bis vor rund 10 Jahren war diese Region noch das Mekka der Wildcamper, inzwischen stehen hier überall Verbotsschilder. Heute ist man sich der schönen Lage und der Strandqualität bewusst und setzt auf Ferienhäuser und möchte dafür Geld sehen. Nach dem Frühstück fuhren wir gestärkt unser nächstes Ziel an, Posada.

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