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La Grotta di Su Marmuri

Heute haben wir kurz entschlossen eine Rollertour zur „Grotta Su Marmuri“ geplant, die wir von der Küste über etwa 30 Kilometer ab „Torre di Bari“ bei Barisardo starteten. Auf dem kleinen Parkplatz am Strand parkten wir “platzsparend”, aber so wollte die bessere Hälfte nicht im Heckbett die Nacht verbringen.

Die kurvige Straße führte hinauf in die Berge der Ogliasta, die zu einer der schönsten Berglandschaften Sardiniens zählt. Die enge Durchfahrt durch Jerzu ließ sich mit dem Roller bestens durchqueren. Mit größeren Reisemobilen kann es schon ein wenig eng werden, ist aber zu bewältigen.

Vor einer schroffen Felswand kauert das Bergdorf Ulassai.

Von der Lage eins der schönsten Ogliastra-Dörfer. Nachdem unser Motorroller die steilen Serpentinen erklommen hatte, erreichten wir den Parkplatz vor der Grotte. Selbst drei Reisemobile mittlerer Größe haben den Weg dort hinauf nicht gescheut. Da wir noch eine Stunde Zeit bis zur nächsten Führung um 14 Uhr hatten, fuhren wir noch höher hinauf, in ein einsames Naturreserverat.

Bei einem Picknick mit frischen Brot, Salami und Ziegenkäse, alles aus sardischer Produktion, haben wir den Blick auf die großartige, leider bereits etwas bewölkte Bergwelt genossen.

“Rollerbraut”

Leicht verspätet um 14:15 Uhr begann die Führung (pro Person 7 Euro) in eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Sardiniens, die auf 1000 Meter begehbar ist. Erst ein Aufstieg, dann der Eingang wie ein Riesenschlund, gut gesicherte Treppen führen in die Tiefe. Wir sahen imposante Hallen, wie den „Sala degli organi“ und den „Sala delle meraviglie“, sowie ungewöhnliche Gebilde, wie z. B. einen Kaktus. Die Motorradjacken waren genau die richtige Bekleidung für die ca. 10 Grad kühle Höhle. Tief beeindruckt von dem majestätischen unterirdischen Reich folgten wir der charmanten Führerin und lauschten ihrer Erläuterung auf melodischen Italienisch und Englisch.

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Kaktus

Nach diesen außergewöhnlichen Eindrücken erwarteten uns nach rund 1 1/2 Stunden Höhlendurchgang draußen dicke Wolken und leichter Regen. Ein Blick Richtung Küste, dort war blauer Himmel. Nix wie weg! Nach einigen Kilometern hörte der Regen auf, an der Küste herrschte wieder bestes Badewetter.  

Nachdem der Roller verzurrt war, starteten wir die Suche nach einem Übernachtungsplatz in der Umgebung. Unsere Suche befriedigte nicht, so fuhren wir die wenigen Kilometer zum Stellplatz nach S. M. di Navarrese zurück und übernachteten nach einem gemütlichen Restaurantbesuch dort noch einmal.

Costa Rei

Am nächsten Morgen fuhren wir gemächlich Richtung Capo Ferrato. Die Fahrt führt durch ein Küstengebirge mit nur wenigen Zugängen zum Meer. Die SS 125 wird zurzeit pompös ausgebaut, überall entstehen Brücken und Tunnels, damit die Touristen noch schneller diese schöne Insel durchqueren können. Peter Höh schreibt, das die neue Schnellstraße wie ein Schwerthieb die Landschaft durchteilt. Wir fanden die „Ex SS 125“ eigentlich ganz angenehm. Aber Reisemobilpiloten aufpassen, nicht zu sehr die Blicke in die sehenswerte Landschaft schweifen lassen, die Fahrspuren sind meist sehr schmal.

Wir erreichten Muravera, einen langweiligen Ort am Rande der Mündungsgebiete des Flumendosa gelegen, inmitten einer fruchtbaren Gartenlandschaft. Nach einem Einkaufsstopp bogen wir auf die Straße Richtung Capo Ferrato ab. Die frischen Doraden zum Preis von 15,90 Euro das Kilo haben wir nicht gekauft, dafür Frutti de Mare und eine Likörspezialität der Region; Mirto. Nudeln mit Meeresfrüchten standen für den Abend auf der Speisenkarte des Reisemobils.

Die Costa Rei war vor über 10 Jahren noch eine Idylle für Freicamper. Damit ist es schon lange vorbei, heute haben eindeutige Verbotsschilder damit Schluss gemacht. Neben den bereits gebauten sterilen Ferienhaussiedlungen entstehen weitere dieser nicht immer schön anzusehenden „Geldmaschinen“.

Später haben wir erfahren, dass der Strand mit inzwischen 8 Reisemobilen kurz nach unserer Abfahrt von der Polizei geräumt wurde. Wir hatten Glück gehabt!

Umfangreiche, auch deutschsprachige Hinweisblätter wurden verteilt, Kernaussage: Camping jeglicher Art ist verboten!

Freistehen im Doppelpack

Netterweise war das zweite Blatt vom in der Nähe liegenden Campingplatz, der immerhin für Reisemobile im Herbst einen Sonderpauschalpreis für 2 Personen von 13,50 Euro bot. Ob zwischen der Razzia und dem Angebot irgendein Zusammenhang bestand?

Ein Abendspaziergang führte in die nahegelegene Ferienhaussiedlung, hier standen zwar noch einige Autos, aber ansonsten herrschte bereits tiefste Nachsaison - die Bürgersteige waren sozusagen bereits hochgeklappt.

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