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Weiter fahren wir durch die Gebirgslandschaft, die Maramuresch, der 1416 m hohe Prislop Pass muss, zum Teil auf einer Schotterstraße, überwunden werden. Vorher decken wir uns in einem modernen Supermarkt in Viseu de Sus mit Lebensmittel ein. Die Straßen sind nur zum Teil gut, wir müssen ständig aufpassen, nicht die vorhandenen Schlaglöcher in seiner Tiefe zu erkunden. Eine wunderschöne, unerschlossene Natur entschädigt für die Risiken durch Tiere oder Geröll auf der Fahrbahn.

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Es folgt eine kilometerlange Baustelle. Hier in der Maramuresch ist der wichtigste Baustoff Holz. Architektonisch schöne Holzkirchen, Blockhäuser und Dörfer im ursprünglichen Stil, säumen unseren Weg. Gerade die traditionellen, geschnitzten Holztore zeigen als starkes Symbol die maramuresische Identität.

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Längst nicht alle Gebäude in Rumänien wirken ärmlich, viele zeigen schöne, bauliche Verzierungen und Dächer aus Zinkbleche die an indische Pagoden erinnern. Ein Monopol dafür ist der Tigani, der Zigeuner, er beherrscht die kunstfertige Bearbeitung der Zinkbleche, die sich aus der heute veralteten Tätigkeit des Kesselflickens entwickelte.

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Hier in den Ostkarpaten besuchen wir in einer zauberhaften Landschaft das Kloster Voronet, ein Kleinod unter den zahlreichen Klöstern der Bukowina im einstigen Fürstentum Moldau des 15. Jahrhundert. Weltberühmt wurde das Kloster durch seine Grundfarbe, einem aus gemahlenem Lapislazuli gemischten intensiven Blau, was als einzigartig in der Welt bezeichnet wird. Die Fassade der Klosterkirche ziert eine faszinierende, monumentale Außenfreske das „Jüngste Gericht“, dadurch bekam sie die Bezeichnung "Sixtinische Kapelle des Ostens".

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In Suceava suchen wir vergebens den Campingplatz, wir erfahren, dass er schon 2 Jahre geschlossen ist. Immer wieder müssen wir wenden, die überdimensionalen hohen Straßenränder werden für Heinz zum Verhängnis, er sitzt fest. Wir schleppen ihn frei und erreichen kurz vor der einbrechenden Dunkelheit den kleinen Ort Maora. Hier könnten wir vor einer kleinen, orthodoxen Kirche übernachten, doch Margret macht Protest.

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Gegenüber bietet uns Bauer Miráut, trotz Verständigungsschwierig keiten „Asyl“ an. Otilia, die 12 jährige Tochter, freut sich über unsere mitgebrachte Schokolade, die Mama aber auch.

Unsere Erfahrung wieder einmal im fremden Land ist: wenn man Menschen grundsätzlich ohne Misstrauen und mit Freundlichkeit begegnet, bekommt man auch viel Herzlichkeit und Großzügigkeit zurück. Am nächsten morgen dürfen wir noch den orthodoxen Pfarrer und eine Nachbarin der Familie kennen lernen und unsere Weiterreise verschiebt sich bis in den späten Morgen.

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Der Besuch des Klosters Manastirea Neamt mit seiner Kirche Sf.Gheorghe, 60 km südlich von Suceava, wird für uns ein spannendes Erlebnis.

Das runde Weihwassergebäude mit dem Taufbecken in seiner Mitte, dient heute als religiöser Souvenirladen. Wände und Deckenkuppel wurden von 1974-77 mit Szenen aus dem Leben Jesu bemalt. Zum Innenhof gelangt man durch den ältesten Teil der heutigen Anlage, den Eingangs- oder Glockenturm.

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Neamt ist das bedeutendste der moldauischen Klöster des 16. Jahrhunderts. Wir haben eine interessante Unterhaltung über Gott und die Welt mit dem Bischof, einem Mönch und einem zum orthodoxen Glauben übergetretenen Deutschen des Klosters. Erstaunlich, in dieser abgelegenen Gegend, die exzellenten Kenntnisse der deutschen Politik und Sprache des Bischofs.

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Die Moldauklöster sind seit 500 Jahren das Zentrum des orthodoxen, rumänischen Christentums, die sich gegen die Katholiken aus Siebenbürgen und die nichtchristlichen Türken verteidigen mussten. Im 14.-16. Jahrhundert baute Stephan der Große nach jeder siegreichen Schlacht ein Kloster mit seinen weltberühmten byzantinischen Fresken. Auf Empfehlung des Bischofs besuchen wir auch noch das 12 km entfernte weiße Nonnenkloster Agapia, welches durch seine üppige Blumenpracht hervorsticht.

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Am nächsten Tag, nach einer anstrengenden Fahrt, geht die Suche nach dem Campingplatz wieder los, wir werden in Bacau hin und her geschickt. Viele Rumänen sprechen ganz gut Englisch, doch meistens sind ihnen die Campingplätze unbekannt und Hinweisschilder gibt es schon gar nicht.

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Wir sind nach langer Kurverei schon ganz schön genervt, bis wir endlich den Waldcampingpark Gueraesti außerhalb der Stadt finden. Der Park entpuppt sich als ein verwilderter Wald, die Duschen funktionieren nicht. Für eine Nacht wird 10 Euro verlangt, was wir so nicht einfach hinnehmen wollen. Wir bekommen den Schlüssel, und dürfen das Bad in einem Ferienhaus benutzen, geht doch.

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Unser nächstes Ziel ist das Donaudelta, Ausgangspunkt ist Tulcea, aber zuerst muss die Donau mit einer Fähre überquert werden. In Braila übersehen wir gleich zweimal das kleine Hinweisschild und die Zufahrt zur Fähre.

Hinter einem Schotterweg mit respektablen Schlaglöchern vermutet keiner die Seelenverkäufer und die Verbindung der Rampe mit der Fähre lässt zu wünschen übrig.

Das Wasser der Donau fließt hier mit einer enormen Geschwindigkeit dem Schwarzen Meer entgegen. Nach 2800 km ist hier im Delta ihr Weg zu Ende.

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Die Rampe auf der anderen Seite ist genauso abenteuerlich, Augen zu und durch. In Tulcea, dürfen wir entweder raten oder fragen wo es nach Murighiol weiter geht. Wir entscheiden uns für die 2. Variante und werden geholfen. Wir legen viele Kilometer auf meist schlechten Straßen durch eine reizvolle Landschaft, die in den Randgebieten des Deltas durchaus auch landwirtschaftlich genutzt wird, zurück.

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Das Donaudelta wurde in die UNESCO Liste als Weltnaturerbe aufgenommen und ist als Biosphärenreservat ausgewiesen. Im Sommer gibt es hier oft Temperaturen von über 40 Grad und im Winter können sie unter minus 20 Grad sinken. Bei herrlichem Sommerwetter kommen wir auf dem kleinen, urigen Camper Stopp bei Octavian und Lili Glodian an. An der Ortseingangsstraße gibt es rechts noch einen 2. Campingplatz aber der Platz am Wasser wurde geschlossen.

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Über 3 Std. und für 160 Euro starten wir vier am frühen morgen mit Octavian zu einer Deltatour. Am Donauufer befinden sich zahlreiche Hausboote, Schilf gedeckte Häuser und Ställe. Aufgeschreckt vom Bootsmotor fliegen Schwärme von Pelikanen hoch. Schwäne, Enten und Stelzenläufern flüchten übers Wasser und riesige schilfbedeckte Flächen.

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Auf dem gut geführten, sauberen Campingplatz bei Lili, sie spricht englisch, Octavian spricht französisch, fühlen wir uns wohl. Ein Pavillon lädt zum Verweilen ein. Auch Fremdenzimmer bieten sie an und wollen die sanitären Einrichtungen noch vergrößern. Rührend sind sie besorgt und bemüht um ihre Gäste. In der Nacht geht ein Gewitter nieder und der lehmige Untergrund des Platzes wird schlüpfrig. Nur ganz leicht steigt der Platz zur Straße an und die Räder drehen durch

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Ein Traktor ist nicht zu finden und so zieht Octavian uns kurzerhand mit seinem PKW raus.

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Wieder auf freie Fahrt geht es durch Kastanienalleen und an Zwiebelfeldern vorbei. Immer wieder ist besondere Vorsicht vor Verkehrsteilnehmern der besonderen Art geboten – Pferdefuhrwerke gehören hier zum alltäglichen Bild. Südlich vom Delta zeigt uns ein Schild mit der Aufschrift Histria den Weg in das rumänische Pompeji.

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Ein großer archäologischer Schatz mit bemerkenswerten Ruinen, sie gilt als die älteste Stadt Rumäniens aus dem Jahre 657 vor Christi. An der Ausgrabungsstätte und in der Umgebung wurden zahlreiche Töpferwaren, Kunst- und Gebrauchsgegenstände, Grabmäler, Pilaster und Münzen gefunden. Sie stand 14 Jahrhunderte lang in Blüte ging unter und wurde vergessen. Der Archäologe Vasile Parvan entdeckte sie 1914 wieder, seitdem wird dort wieder gegraben.

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Am 1. September schwimmen wir im Schwarzen Meer, nachdem wir uns ein Plätzchen auf dem Campingplatz Tabara in Mamaia gesucht haben. Nicht gerade ein Luxusplatz aber direkt an einem breiten wunderschönen Sandstrand gelegen. Aus einer Gondel, die Telegondola Mamaia, können wir von oben die Ferienhotels, die Promenade und den Strand einsehen.

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Auf der anderen Seite des schmalen Landstreifens von Mamaia findet auf der Lagune ein Schnellbootrennen statt. An diesem Wochenende ist besonders viel los, stattliche Exemplare können wir besichtigen.

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Wir fahren mit dem Linienbus, der am Campingplatz hält, vorbei am Aquarium in die Altstadt – Piata Ovidiu nach Constanta.

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Wir sind erschüttert über den baulichen Zustand vieler Altstadtgebäude und Straßen. Bedeutend der über einem Gewölbewarenlager 850 qm große gut erhaltene Mosaikboden aus dem 3 Jh. Bis zum gewaltigen Handelshafen ist es ein ganzes Stück zu laufen, wir machen Pause bei einem Cappuccino und besuchen die Moschee mit einem 50 m hohen Minarett und die orthodoxe Kirche.

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Die Strandpromenade hat noch erhaltene Tore, Säulen und einen Genueserturm aus dem 13 Jh. Das ehemalige Casino am Meer, im Art Deco Stil, beinhaltet heute ein Restaurant, das offensichtlich für größere Feste ausgerichtet ist.

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Südlich von Constanta reihen sich Badeorte wie Perlen an einer Kette: Agidea – Eforie – Costinesti – Olimp – Neptun – Jupiter – Aurora – Venus – Saturn – 2. Mai – und der Grenzort Vama Veche.

Unterwegs geht ein schweres Gewitter nieder, alles sieht nicht so toll aus, überall sind Wasserpfützen, und zu allem entdeckt Heinz auch noch eine in seinem Wohnmobil. Er tippt auf ein nicht ordnungsgemäß verschlossenes Dachfenster.

 Wir schauen uns den Campingplatz in Eforie Süd an, entscheiden uns aber für Camping Zodiac in Jupiter, der auch nicht direkt am Meer liegt. Die Duschen sind kalt und der Rasen zu weich für unsere Fahrzeuge. Der Platz ist fast leer und wir dürfen und müssen auf den geteerten Zufahrtswegen stehen bleiben.

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In Bulgarien erhoffen wir uns eine wesentlich bessere Campingplatz Situation, da viele auf der nagelneuen Karte verzeichnet sind. Aber wir werden bitter enttäuscht. An der Grenze wird die Straßengebühr (13 € für 1 Monat) kassiert, ohne, dass wir unsere Pässe zeigen müssen, können wir einreisen. Es ist noch früh und den Campingplatz in Sabla suchen wir erst gar nicht, der Leuchtturm markiert den östlichsten Punkt des Landes.

Fortsetzung Bulgarien

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