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Wieder in Litauen

Die Grenze von Lettland nach Lttauen überfuhren wir bei Sonnenschein mit einigen wenigen Wolken. An der ehemaligen Zollstation standen einigen Polizeifahrzeuge, die uns nicht beachteten. Wenig später am Ortseingang von „Zarasai“ stand schon fast eine kleine Armee von Polizisten, die Waffen im Anschlag. Eine Verengungen der Straße mit zwei Polizeifahrzeugen und griffbereit Reifenkiller, so eine Art Nagelbretter, sie schienen einen nicht so willkommenen Gast zu erwarten. Oh Mann, da fährt man aber besonders aufmerksam!

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Birzai

Den „Berg der Kreuze“ wollten wir heute noch nicht erreichen, wir entschieden uns für die Stellplatztipps des WOMO-Führers in und um Birzai. Das Wetter ganz passabel, eine nett anzusehende hügelige Landschaft zog an uns vorbei.

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Ein Rastplatz, mal wieder mit Trockentoilette, bot sich zur Mittagszeit an. Die Stehtoilette verfügte, wie üblich, über einen sehr großen Auffangbehälter, leider auch mit Abfall versehen. Aber dem täglichen „Kassettengang“ stand nichts entgegen.

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Geld tauschen in Birzai erwies sich als etwas schwierig, denn zwei Banken kämpften in Birzai mit Stromausfall, aber schließlich kamen wir doch noch an LTL. Die Touristinformation empfahl die katholische Kirche (auch Stellplatztipp WOMO-Führer) als Übernachtungsmöglichkeit, Dank des ausgehändigten Stadtplanes schnell zu finden, denn die GPS-Koordinaten des WOMO-Führes stimmten nicht. Diese Ausgabe ist zwar eine der fehlerhaftesten Ausgaben des WOMO-Verlages, die wir bisher genutzt haben, dennoch eine wertvolle Hilfe für viele Übernachtungsmöglichkeiten.

Der von einem Erdwall umgebene Parkplatz vor der Kirche hat zwei Zufahrten, beide waren von 18 bis 6 Uhr gesperrt. Wir waren gespannt, ob die Jugendlichen am Abend mit ihren Pkws dies respektierten, schließlich war heute Freitag. Vielleicht zog dieses Klientel die Veranstaltung in der Stadt an, dort rockte eine Jugendband vor der weißen katholischen Kirche.

Die Motorrollerkids führten am Abend kurz ihre lärmenden Motörchen vor, aber alles harmlos und ohne jegliche Aggressionen. Ein geöffnetes Restaurant bot der Ort leider nicht, so zauberte die Reisemobilküche ein Mahl. Zwei Pkws verirrten sich auf den Platz, einer ließ den Pizza (?) Service kommen, leider nach dem Mahl die üblicher Hinterlassenschaft der leer gegessenen Styropor-Packungen, so kommt man sich auch in Litauen heimisch vor. 

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Am Morgen füllte sich der Parkplatz zunehmend, war heute Markttag? Den gefüllten Taschen der zurückkehrenden Menschen zu urteilen, ja! Nix wie hin und auf die Besichtigung des Schlosses verzichtet! Wochenmärkte sind oft ein Spiegelbild der Angebotssituation der Länder, das bunte Treiben reizt uns immer wieder.

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Ein breites Angebot von oft sehr günstigen Waren, u.a. Schuhe, Kleidung, Fahrräder, Werkzeug, Cds, Blumen, Gemüse, Möbel, Werkzeug, Haushaltsartikel Federvieh und was weiß ich noch alles! Aber auch scheinbar private Angebote aus dem eigenen Garten, auf diese Art können sich die Menschen einige Litas hinzu verdienen.

Selbst junge Hunde waren im Angebot, aber die bessere Hälfte ließ sich nicht auf einen Tausch ein.

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Dieses bestens gepflegte Motorrad mit Beiwagen machte einen tollen Eindruck mit den Speichenrädern. 

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Auffällig auch hier, wenn man die Menschen im Vorbeigehen ein wenig anschaut, oder sie gar anlächelt, dann senken sie sehr oft den Blick, egal ob Frauen oder Männer. Mentalität? Touristen nicht beliebt?

Diese beiden Herren plauschten gerade über ... ich nix verstanden!

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Danach noch ein Blick in die Backsteinkirche, es fand gerade ein Gottesdienst statt, da wollten wir nicht stören.

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Im Eingangsbereich der Kirche befand sich eine Art Kaffeeküche, hier wurde scheinbar auch eine gewisse Versorgung der Gläubigen sicher gestellt.

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Hier noch einige Eindrücke der Stadt, der moderne Busbahnhof mit modernen Bussen, wie auch Oldtimern fiel ins Auge. Ins Auge fielen auch die Verbotsschilder an einem Supermarkt, ich habe für alles Verständnis, aber das ich meine Pistole nicht mitbringen darf... Weiter ging unsere Fahrt.

„Karves ola“ (Karsthöhle, die Kuhhöhle)

Der Parkplatz an der Kuhhöhle bot mal wieder eine gepflegte Trockentoilette, die Nutzung war mit der Kassette schnell erledigt. Das gepflegte Gelände war ähnlich wie ein Park angelegt, mit Grill- und Picknickstationen. Irgendwann hat sich mal eine Kuh in dieser Höhle verlaufen, daher der Name. So einfach ist Tourismus!

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Der Höhleneingang erschien zu niedrig für eine Eroberung, daher nur eine Stippvisite.

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Auf der weiteren Fahrt kletterten die gefahrenen Kilometer auf 5.000 während dieser Tour. Hier mal zwei Eindrücke von den Straßen, einmal Schotter, einmal normal Asphalt unterwegs auf einer Landstraße mit typischer Landschaft.

Berg der Kreuze

Am frühen Nachmittag erreichten wir den Hügel bei „Siauliai“ auf dem sich Zigtausend von Kreuzen aller Art und Größen um ein Bildnis der Muttergottes scharen.

Der Berg der Kreuze (Kryžių kalnas) ist ein katholisch und touristisch geprägter Wallfahrtsort in Litauen unweit von Šiauliai. Die Pilger pflegen Kreuze auf den Hügel zu stellen, verbunden mit einem Wunsch oder Dank. Die Wallfahrt erfolgt individuell und ist an keine Termine gebunden.

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Zu sowjetischen Zeiten wurde mehrfach versucht, die Wallfahrt zu unterbinden. Mindestens dreimal wurden die Kreuze mit Planierraupen niedergewalzt. Da sich die Litauer hier durchsetzten, wurde der Berg der Kreuze auch ein nationales Symbol.

Der Hügel gilt als mittelalterlicher Burghügel, ist also teils künstlich angelegt. Kreuze dürften hier erst im 19. Jh. aufgestellt worden sein. 1900 waren es erst 130, 1940 etwa 400.

Heute stehen ca. 60.000 Kreuze auf diesem Hügel, nicht gerechnet die zahlreichen kleinen Kreuzanhänger. Die vom Hügel und den umgebenden Kreuzen eingenommene Fläche beträgt mehr als einen Hektar.

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Der Berg der Kreuze hat für die litauische Unabhängigkeit einen hohen Symbolwert.

Der große Besucherandrang am heutigen Samstag belegte es, Hochzeitsgesellschaften setzten ein Kreuz, Familien mit ihren Kindern kauften ein Kreuz, selbst die Touristen konnten es nicht lassen.

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Diese Stretschlimosinen erfreuen sich im Baltikum insbesondere bei Hochzeiten großer Beliebheit, wie wir es des öfteren beobachten konnten. Jetzt habe ich doch mal so ein besonders schreckliches Ding abgelichtet, Sorry, ihr Amis!

Ganze Busladungen ergossen sich auf das Gelände. Wenn man durch die engen Pfade der Kreuze wandelt, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Irgendwie ist das schon sehr beeindruckend.

Am 7. September 1993 besuchte Papst Johannes Paul II. diesen Ort und zelebrierte in einer Holzkapelle unter freiem Himmel vor etwa 100.000 Gläubigen eine Messe. Er stiftete ein großes Kreuz, seither gilt der Kreuzberg auch als heiliger Ort für Katholiken aus aller Welt, was man auch an den Kreuzen mit Inschriften aus aller Welt erkennen kann.

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Lino Museum bei Upyte

Unser Übernachtungsplatz an dem Mini-Leinen-Museum in der Nähe von Upyte richten wir uns für die Nacht ein. Kurze Zeit später gesellte sich ein deutscher Kastenwagen aus „FFB“ dazu, mit dem netten Paar tauschten wir kurz unsere Erfahrungen aus. Die nahe liegende kleine Landstraße versprach für die Nacht wenig Verkehr, der über uns kreisende Kunstflieger (?) drehte noch lange Zeit seine Pirouetten und Schrauben, fast schon eine Schau für sich. Aber irgendwann stotterte der Motor, das Flugzeug verschwand hoffentlich zu einer geordneten Landung.

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Nach einem gemütlichen Vormittag rollten wir auf der Autobahn Richtung Vilinus. Rund 100 Kilometer ohne den Tempomaten zu deaktivieren, von einer „Pinkelpause“ abgesehen, wo kann kann man das noch erleben?

Auf der Autobahn in Litauen Richtung Villnius

Eine wunderbare Straße, fast ohne Leitplanken, da kommt ein großzügiges Gefühle auf. Was sieht man hier? Wenden auf der Autobahn erlaubt! Parken auf dem Seitenstreifen kein Problem, ein ein Polizeifahrzeug fuhr ohne einzugreifen vorbei. Pferdeäpfel auf dem Streifen deutete auf ein Pferdefuhrwerk hin. Radfahrer und Fußgänger, klar doch! Der Feldweg als „privater Autobahnzubringer“, hier geht das noch! Bushaltestellen und Warnschilder „Achtung Fußgänger“ auf der Autobahn? Hier ist das selbstverständlich! Aber bei so wenig Verkehr scheint das hierzulande kein Problem zu sein.

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