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Lietuva (Litauen)

Nur 3,4 Millionen Menschen leben in Litauen, gut 68% davon in den Städten. In den Dörfern findet man ein Land vor, von dem man manchmal glaubt, die Zeit sei stehen geblieben. Seit 1991 ist Litauen eine Republik, seit 2004 Mitglied der EU.

Weitere Informationen über das Land bei Wikipedia.

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Druskininkai

Litauen empfing die beiden Reisemobile aus der Schweiz und Deutschland mit kräftigem Regen. Rund sechs Kilometer hinter der frei passierbaren Grenze tauschten wir in Lazdijai Euro gegen Litas, der Kurs beträgt ca. 3,44 Litas für einen Euro. Der Regen ließ nicht nach, alles grau in grau. Mangels Alternativen fuhren wir zum modernen Campingplatz in Druskininkai, dem größten Kurort Litauens. Eine Übernachtung war hier für 50 Litas möglich. Nachdem der Regen endlich nachgelassen hatte, besuchten wir das rund 500 Meter entfernte Mühlenrestaurant. Ein leckeres Fischgericht füllte den Magen und bei einem litauischen Bier planten wir den nächsten Tag. Nach einer kühlen Nacht schien die Sonne, zwei Skulpturenparks, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten, standen auf dem Programm.

Naujasode Skulpturenpark

Der Künstler Antanas Cesnulis hat eine besondere Ausstellung seiner Werke eingerichtet. Persönlich stand er an der Kasse und kassierte das kleine Eintrittsgeld. Seine kunstvoll geschnitzten Figuren präsentiert er in einem von außen wir eine Windmühle aussehendes Gebäude über vier Etagen. Außerdem können Großfiguren in einem eigens liebevoll eingerichteten kleinen Park bestaunt werden. Schöne Anlage, sehr stimmungsvoll.

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Hier nur eine kleine Auswahl der vielen Figuren in der Windmühle.

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Unten links zwei kernige Figuren, einer davon ist Schweizer... wer ist schöner?

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Grüto parkas (Grütas Park)

Die in Litauen seit 1989 nicht mehr öffentlichen Monumente des Sowjetregime hat hier ein litauischer Geschäftsmann zusammengetragen, um den Menschen das Erbe und den Schrecken der sowjetischen Besatzung in Erinnerung zu halten. Der weitläufige Park präsentiert Monumente der unterschiedlichsten Art, in einem Museum sind weitere Exponate zu sehen, insgesamt interessant und sehenswert. Weitere Informationen www.grutoparkas.lt. Übrigens, eine Übernachtung für Reisemobile ist auf dem Parkplatz nicht mehr erlaubt.

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Das lebende Kamel stand auch in dem Park, es gehörte nicht zur Ausstellung, obwohl im Sozialismus soll es auch welche gegeben haben...

Weiter ging die Fahrt.

Straßennavigation klappte übrigens mit keins der drei Navigationsgeräte in dieser Region, die wir in den beiden Mobilen mitführten. Das Kartenmaterial war einfach unzureichend. Mit dem Luftlinienmodus des Garmin konnten wir immerhin den Koordinaten des Stellplatz-Führers per Pfeilführung folgen.

Kaunas - Kloster Pazaislis

Etwas mühselig haben wir daher nach ca. 155 Kilometern auf überwiegend gut ausgebauten Landstraßen das Kloster gefunden. Ein großer Parkplatz am neben der Klostermauer, am Rande eines Parks. Bereits am Nachmittag viele junge Leute mit ihren zum Teil hochwertigen Pkws, die schon mal die Lautstärke ihrer Radioanlagen demonstrieren mussten. Aber auch der eine oder andere starke Motor wurde heulend und Reifen quietschend präsentiert. Die beiden Reisemobile wurden allerdings nicht im geringsten belästigt. Der rund einen Kilometer entfernte Yachthafen bot Stellplätze für 50 Litas an, der gleiche Preis wie der Campingplatz am Vortag.

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Lebensfreude pur

Wir entschieden nach einem Spaziergang um die Halbinsel und um das Kloster auf dem Parkplatz zu bleiben. Aber am Abend ging es so richtig los, bis zu 30 Fahrzeuge mit jeweils mehreren Jugendlichen machte Party, das Dröhnen der Bässe der HiFi-Anlagen, das fröhliche Gelächter bis nach 1 Uhr, ließ uns spät in den Schlaf kommen. Von wegen nur am Wochenende ein Treff für Jugendliche, so wie im Stellplatz-Führer beschreiben. Insofern ist dieser Platz nur für hart gesottene Reisemobilisten zu empfehlen. Belästigt wurden wir allerdings auch am Abend nicht.

Am nächsten Morgen sammelte eine junge Frau vom Reinigungsdienst der Stadt die Überreste der Gelage ein, die eine oder andere leere Wodkaflasche war dabei.

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Kaunas Altstadt

Teilweise nicht so richtig ausgeschlafen wurden die Motorroller startklar gemacht. Rich führte uns wie ein Einheimischer in das Stadtzentrum von Kaunus. Wir parken unsere fahrbaren Untersätze hinter der von außen etwas renovierungsbedürftigen orthodoxen Kirche „Sobor“. Hier beginnt die bereits 1871 gebaute Flaniermeile mit einer Doppelreihe Linden ist wir vom Lineal gezogen und gesäumt von Cafes, Restaurants und Geschäften.

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Ein Gruppe von jungen Leuten mit teilweise behinderten kleinen Kindern veranstalteten ein Projekt, ein zentraler Punkt war die Darstellung von Menschen in einem Netzwerk von Wolle, an dem wir uns auch beteiligten. Die Kinder hatten Freude an unserem kleinen Hund, malträtierten diesen allerdings doch ein wenig zu heftig, aber auf dem Arm des „Frauchens“ fühlte er sich wieder sicher.

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Wir schlenderten bei schönem Wetter Richtung Altstadt,vorbei an einigen bereits wieder schön restaurierten Häuserfronten der Kaufmannshäuser bis zum zentralen Platz, hier das Rathaus von Kaunas, in dem mehrere Hochzeiten stattfanden. Diese Haus wird wegen seines weißen schlanken Turmes „Weißer Schwan“ genannt.

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Eine der Kathedralen war ein gewaltiger Bau aus unverputzten Ziegelsteinen, innen dominieren spätbarocke Elemente. Die Kreuzigungsszene am Hauptaltar und Skulpturen beeindrucken den Besucher.

Nach einem Schaufensterbummel, vorbei an Blumenfrauen und gut besuchten Gemüseständen schlenderten wir zurück zu unseren Motorrollern.

Die Rente ist wahrscheinlich schmal. so das sich diese Frauen etwas hinzuverdienen.

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Weiter ging unsere Fahrt, nachdem die „Beiboote“ verstaut waren. Die richtige Richtung durch Kaunus heraus zu finden erwies sich als etwas schwierig, die Beschilderung war einfach zu mager. So rollten wir ab Kaunas zunächst über die Autobahn Richtung Klaipeda und bogen dann auf eine Landstraße ab. Die rund 10 Kilometer Schotterstrecke ließ sich überwiegend flott befahren.

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Über CB-Funk (Walkie Talkie) kam später der Hinweis, das sich am „Big Grasshopper“ der linke hintere Schutzfänger gelöst hat, tatsächlich, er hing nur noch ein einem kleinen Stück. Später, am Übernachtungsplatz stellte sich heraus, auch der rechte Schutzfänger löste sich bereits. An den Kanten zu einem Alu-Blech hatte sich durch die ständigen Bewegungen eine Schnittstelle gebildet und im Verlauf der bisher über 27.000 Kilometer das dicke Gummi mürbe gemacht.

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Die WOMO-Stellpatztipps Veliuona und Raudone an der Nemunas erwiesen sich wegen einer Baustelle und Abgrenzungen als nicht zugänglich. Der Parkplatz des Schlosses „Panemune“ war wegen einer Vorbereitung von Festlichkeiten ebenfalls nicht zugänglich. Gut das wir kurz vor Raudone einen Rastplatz (Kennzeichnung blaues Schild mit Tannensymbol) direkt am Fluss gesehen hatten, hier verbrachten wir die Nacht.

Smalininkai (Schmalleninken)

Nach einer ruhigen Nacht war zunächst eine ordentliche Toilettenentsorgung mit der „Spatentechnik“ angesagt. Ein Abstecher nach Smalininkai (ehemaliger deutscher Grenzort) stand zuerst auf dem Programm. Das private technische Museum eines leidenschaftlichen Sammlers war unser Ziel. Ein älterer Bewohner des Dorfes führte uns bis vor das Museum, später traf er uns wieder und erbettelte einige Litas.

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Auf dem Freigelände standen landwirtschaftliche Maschinen aus sowjetischer Zeit, aber auch aus deutscher Produktion zur freien Besichtigung bereit. Kein Mensch ließ sich blicken, daher blieb unsere Exkursion auf das Außengelände beschränkt.

Es hat Spaß gemacht die verrosteten Exponate zu betrachten, versuchen deren Bedeutung zu ergründen. Auch einige Pkws rosteten vor sich hin.

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Der Rundgang durch das Dorf, der Besuch in einem der kleinen Lebensmittelgeschäfte, ließen einen Einblick in das Leben der Menschen hier zu. Der Einkauf baute auf das gute Wetter, ein Grillabend war geplant.

An einem Haus kamen schwach die deutschen Angebotsbeschriftungen eines Geschäftes wieder durch, nach so vielen Jahrzehnten irgendwie ein „Gänsehauterlebnis“.   

Unsere Weiterfahrt sollte eigentlich das Außenlager 53 des KZ Buchenwald streifen, aber wir verpassten ein Einfahrt. Die gemächliche Fahrt durch die Wälder, vorbei an Wiesen und kleinen Orten ließen immer wieder die Augen in die Landschaft streifen.

Silute

Die Durchgangsstraße des Ortes war vollständig gesperrt, ein Straßenfest fand statt. Schnell einen Parkplatz gesucht und schon schlenderten wir über die Straße, vorbei an kunsthandwerklichen Ständen, vorbei an volkstümlichen Tanzgruppen und Musikkapellen mit MusikerInnen von jung bis alt. Das beschauliche Fest gefiel uns sehr gut, leider war kein Platz für eine Übernachtung vorhanden, um das Fest länger zu genießen.

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Interessant die deutsche Inschrift über dem Portal der Kirche und an einem Haus der restliche Schriftzug von „Heidekrug“, der unter den bröckelnden Putz zum Vorschein kam.

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Ein störendes Angebot gab es aber auch, die Armee präsentierte ihre Gewehre. Das hat den friedlichen Charakter des Festes ein wenig beeinträchtigt.

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Nach dem Rundgang stand die Suche nach einem Übernachtungsplatz an, außerdem hatten wir ja das Grillgut in den Kühlschränken, das wollte gegart werde.  

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