![]() |
|
|
|
|
|
Zunächst diente ein Spaziergang am weitläufigen Strand unser aller Entspannung. Später tauchte noch der Parkwächter auf, 4 Lats (ca 5,70 Euro) sollte die Übernachtung kosten. Er gab sich merkwürdigerweise mit 2,40 Euro zufrieden, da wir noch keine Lats hatten. Die Nachtruhe war ungestört, die nahe Landstraße war ruhig. |
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
Zurück zu dem Stellplatz, den ich persönlich nicht für eine Übernachtung anraten würde, fuhren wir in das kleine moderne Einkaufszentrum am Stadtrand und erneuerten unser Vorräte. Ventspils (Windau) Regen, Regen, also was tun? Auf zur nächsten Stadt. Ventspils liegt an der lettischen Westküste und ist der wichtigste Hafen Lettlands. Die wechselhafte Geschichte von der Hansestadt im Mittelalter, bis zur Pestepidemie über den Bau von Kriegs- und Handelsschiffen, bis hin zu einem der bedeutenden Ausfuhrhäfen Russlands, belegt eine lebendige Geschichte. |
|
|
||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
|
||||||||||||||||||||
|
Talsi (Talsen) Aber was bei diesem Wetter machen, klar mal wieder eine Stadtbesichtigung! Talsi liegt zentral in der nordkurischen Hochebene und ist nahe an zwei Seen gelegen. Das soll eine der schönsten Kleinstädte Lettlands sein. Übrigens, bei Wikipedia ist ein schöneres Bild zu sehen, mit blauen Himmel. |
|
Wir haben die Kapuzen hochgeklappt und die evangelische Kirche auf einen Hügel liegend, besichtigen wollen, leider abgeschlossen. Nur ein Blick durch das Gitter in das Innere gelang. Weiter durch einige Gassen erschloss sich uns die Schönheit dieser Stadt nicht recht. Lag es am Wetter? Haben wir nicht alles gesehen? |
|||||||||||||
|
Neben den Häusern im “Originalzustand” gab es aber sehr schöne Holzhäuser im 1A Zustand. |
|||||||||||||
|
Pedvale Open-Air Art Museum Wir folgten einem Tipp des Stellplatz-Führers, das Restaurant am Freilichtmuseum Pedvale bietet eine Übernachtungsmöglichkeit. |
|||||||||||||
|
Der Regen wurde schwächer, die Wolken rissen ein wenig auf, allerdings blies der Wind noch heftig. Wir wurden von einer netten, nicht mehr ganz jungen Frau auf Deutsch begrüßt. Sie erklärte die Bedingungen für die Übernachtung und den Eintritt in den Skulpturenpark insgesamt 10 Lats, in Ordnung, das akzeptieren wir gerne. |
|||||||||||||
|
Im Laufe des Gespräches habe ich mich erkundigt, warum sie hier sein. Sie schaute mich an und meinte, das sei eine lange Geschichte. Es stellte sich heraus, sie war eine Enkelin des ursprünglichen Besitzers des Gutes, Wolfgang von Fircks. Das Gut war dem Verfall preisgegeben, bis der Künstler Ojärs Feldbergs es erwarb und es wieder zum Leben erweckte. Sie lächelte und sagte, sie bereite gerade eine Lesung vor deutschen Industriellen in Riga vor, sie wäre ein wenig aufgeregt, wenn wir wollten, wären wir ihre Vorpremiere. Wir nahmen gerne an und vereinbarten einen Termin am Abend im Restaurant. Zunächst empfahl sie uns auf die Kunst einzulassen und durch das “mystische” Tor in eine andere Welt einzutauchen. |
|||||||||||||
|
Das machten wir gerne, also erwanderten wir das weitläufige Gelände mit über 150 Exponaten unterschiedlichster Art. Über Wiesen und einem Tal mit Bach, überall waren interessante Ausstellungsstücke zu sehen. Eine fantastische Atmosphäre mit den Skulpturen, sehr schöne Landschaft. www.pedvale.lv |
|
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Der Autor konnte es nicht lassen auf einen der großen Granitblöcke der Kunst zu huldigen oder an dem „gedeckten Tisch“ platz zu nehmen. Kein Respekt vor der Kunst? Nein, ganz im Gegenteil, schließlich sollen die Größenverhältnisse sichtbar werden! Außerdem, ein wenig Spaß darf Kunst doch auch machen? |
|||||||||
|
Nach etwa einer Stunde erreichten wir das zweite Landgut, das zwar zum Park gehörte, aber dem Verfall preisgegeben war. Hier war noch die Baumallee der ehemaligen Zufahrt zu dem Gut zu sehen. Überall Objekte aller Art, wir liefen zurück durch das Tal, ein schmaler Weg führte uns durch das Gehölz und Gebüsch. |
|||||||||
|
Uns hat der fast zweistündige Rundgang ausgezeichnet gefallen, die friedliche Natur, das Tal mit Bachlauf, einfach wundervoll! Selbst das Wetter hatte ein einsehen, nur wenige Tropfen fielen, die Sonne schien zwischendurch auch mal. Dann stand Körperpflege auf dem Programm der Reisemobilsten, der Besuch des Restaurant bestand bevor. Wir waren die einzigen Gäste im Restaurant, aber der kleine Gastraum war angenehm warm, ein Kaminfeuer strahlte Behaglichkeit aus. Nach einer Spezialität auf der Speisenkarte mit guter Auswahl, haben wir die freundliche junge Bedienung gefragt. Ihrer Empfehlung sind wir gefolgt, ein lecker gefülltes Schweinesteak kam auf den Teller, es hat uns samt Beilagen bestens gemundet. |
|
Die Lesung Frau von Fircks setzte sich zu uns, gerne haben wir sie eingeladen. Sie empfahl auch einen sehr dunklen Kräuterlikör, „Riga-Balsam“ (andere sagen “Schmieröl” dazu, haben wir später gehört, Konsistenz und Farbe stimmte...) in einer besonderen Flasche, „Prost“, hm, nicht schlecht, daran könnte man sich gewöhnen. Eine gute halbe Stunde haben wir ihren sehr persönlichen Erlebnissen gelauscht. Wie sie als Touristin auf das Gut ihres Großvaters kam, wie ein Kontakt zu dem jetzigen Besitzer entstand, warum sie wieder zurückkehrte und ein Kunstprojekt begleitete. Sie erzählte in dieser Lesung, wie widersprüchlich ihre Gedanken waren, ließ aber auch erkennen, dass sie hier ein gewisses Glück gefunden hat. Da ihr Großvater bereits 1939 floh, hat die Familie keine Besitzansprüche, das interessierte sie aber nicht. Wir waren von der sehr persönlichen Art des Vortrages in dieser heimeligen Atmosphäre begeistert, über unseren kleinen spontanen Beifall freute sich Frau von Fircks sehr. Am kommenden Sonntag findet hier im Museum zur Beginn der Sommersaison eine Feierlichkeit statt, hat sie erzählt, selbst die Kulturministerin habe sich angesagt. Mit einem spirituellen Tanz soll ein neues Kunstobjekt begonnen werden, dass vom israelischen Botschafter unterstützt wird. Ob wir nicht auch kommen wollten? Wir vier waren uns schnell einig, den geplanten Besuch Rigas können wir um zwei Tage verschieben. |
|
Der Autor freute sich über die Erlaubnis im “Werkstatt-Garten” des Steinmetzes einen Stein aus Granit auszusuchen dürfen, das bevorzugte Material des Künstlers. Dieser Stein wird in unserem heimischen Vorgarten eine besondere Erinnerung bewahren. |
|
|
|
|
Zurück zur Übersicht Reiseberichte Deutschland - Europa - Welt
|