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Piräus – Heraklion

Am Nachmittag bummelten wir gemütlich Richtung Piräus, was zunächst einfach nur Richtung Athen bedeutete. Nach der Überquerung des Kanal von Korinth wurden uns noch einmal 7 Euro abgeknüpft, immerhin 14 Euro für ca. 200 Kilometer lange Strecke, das ist teurer als in Italien. Die Beschilderung zum Hafen von Piräus ist gemessen an der Bedeutung dieses Fährhafens unwürdig, nur ein Schild haben zumindest wir gesehen! Das stimmungsvolle Bild stammt von Wikipedia, aber durchaus vergleichbar präsentierte sich der Hafen auch uns. 

Hafen Priräus

Nach einer Ehrenrunde durch die Stadt fuhren wir auf das Hafengelände, die „Knossos Palace“ wartete bereits auf uns, wir wurden überraschender Weise sofort durch gewunken. Gut das wir unser Gepäck für die Übernachtung soweit vorbereitet hatten. So waren wir bereits um 19 Uhr auf dem Schiff, das sich ordentlich füllte. Viele junge Leute mit ihren Schlafsäcken sicherten sich die Schlafsessel, die warmen Gänge wurde zu Nachtlagern umfunktioniert. Wir gehörten ja auch zu diesen “armen” Deckpassagieren, aber wir hatten die Hoffnung draußen zu nächtigen. Allerdings kam kurz nach dem Ablegen leichter Regen auf. Unser kleiner Hund musste sich in seine spezielle Tasche verkriechen und wir suchten uns auch ein Lager im Inneren des Schiffes, warm war es zwar, aber auch hart. Aber die Stunden vergingen auch, erst mit lesen, dann ein wenig Schlaf. Da war unserer kleiner Hund besser dran, er wühlte sich sein Lager in seine “Hundetasche” und meldete sich bis zum Morgen nicht mehr.

Das Schiff war pünktlich um 6 Uhr im Hafen, kurz vorher ging ein heftiger Regenschauer auf Heraklion nieder. Was ist den das für eine Begrüßung!

Heraklion (Info Wikipedia) - Kosmos Beach ca. 80 Kilometer

Wir starteten nach dem Verlassen der Fähre trotz der unfreundlichen Witterung mit 19 Grad Außentemperaturen. Zunächst hieß es, sich trotz der Dunkelheit durch den starken Verkehr von Heraklion zur Landstraße 97 zu wühlen, denn es wurden gerade zwei Fähren entladen. Was auch diesmal nicht ohne kleine Irritationen gelang, dafür ist die Beschilderung einfach zu schlecht oder unsere Müdigkeit verschaffte uns nicht die ausreichende Aufmerksamkeit. Das in einer schmalen Straße ein Klein-Lkw so parkte, das es ziemlich eng wurde, war auch kein Problem, der Pilot klappte kurzerhand den Spiegel des Klein-Lkws weg und schon schlüpfte unser „Big Grasshopper“ durch den Engpass. 

Als wir über die zum Teil gut ausgebaute Landstraße 97 Richtung in das höher gelegene „Agia Varvara“ fuhren, sank das Thermometer auf frische 13,5 Grad! Aber es war trocken, hinter einer dunklen Wolkenwand ging die Sonne auf. Geht doch! Im Ort „Agia Varvara“ wurde offensichtlich kürzlich die Kanalisation erneuert, durch die ganze Stadt zog sich die zugeschüttete, aber noch nicht asphaltierte Baustelle. Die durchfahrenden Fahrzeuge sollten scheinbar erst für die entsprechende Verdichtung sorgen. Entweder man nahm den Streifen zwischen den Rädern oder holperte bei Gegenverkehr einseitig durch den Schotterstreifen, der tiefe Löcher aufwies. Unterwegs konnten wir noch frisches Brot erwerben, der Duft des noch warmen Brotes verbreitete sich im Reisemobil, was sich prompt bemerkbar machte, der Magen meldete sich.

Vorbei an Gortys (Info Wikipedia)

Die Strecke führte an der ältesten Ausgrabungsstätte Kretas vorbei, kurzzeitig war Gortys auch mal Inselhauptstadt. Aber erstens waren wir zu müde und zweitens haben wir uns vorgenommen auch auf Kreta nicht jeden historischen Stein umzudrehen. Für den Hobbyarchäologen sicherlich ein Muss.

Navigation?

Das Garmin Nüvi kennt auf Kreta nur die Hauptverbindungsstraßen, umgestellt auf die Orientierungshilfe „Luftliniennavigation“ konnte der mit GPS-Daten versehene Stellplatz in Kosmos Beach auch angepeilt werden. Zumindest eine gute zusätzlich Hilfe, man sieht, ob man sich dem Ziel nähert oder entfernt. Für genauere Angaben zur Lage des Stellplatzes verweise ich hier mal wieder gerne auf den informativen Reiseführer der WOMO-Reihe „Mit dem Wohnmobil nach Kreta“, eine Ausgabe, die sich lohnt. 

Das in der Nähe liegende sehr touristische Matala (Info Wikipedia), berühmt wegen seiner frühchristlichen Gräberhöhlen, die in den 60er Jahren von Hippies bevölkert waren, haben wir wegen eines übersehenden Schildes Richtung Strand von Kosmus bereits kurz gesehen.

Außer dem schönen Strand mit Blick auf die Höhlen in den Kalkfelsen und ausgedehnte Parkplätze für die vielen Touristen ist dort aus unserer Sicht nichts Aufregendes zu verzeichnen.

Das Bild ist einige Tage später entstanden.

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Angekommen! - Kosmos Beach

„Kosmos Beach“ erreichten wir gegen 8:30 Uhr, ein deutsches und ein französisches Reisemobil standen bereits dort. Ein herrliche langgezogene Bucht, ein breiter Sandstrand und blaues Wasser begrüßte uns freundlich.

Erst mal gemütlich frühstücken, was wir angesichts des inzwischen herrlichen Wetters mit bereits 20 Grad müde, aber gut gelaunt genossen. Dann wurde erst ein wenig Schlaf nachgeholt. Wenig später trottete eine dem Autor seit Jahrzehnten bekannte Sonnenanbeterin mit der Liege zum Strand, der inzwischen auch von Tagesgästen (überwiegend Hotelgäste mit kleinen Leihwagen) gut besucht war.

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Der Strandweg und die Parkplätze waren mit vielen Abfallsäcken versehen, die auch regelmäßig geleert wurden. Dadurch hielt sich herum fliegender Müll in Grenzen, eine erfreuliche Entwicklung des Umweltbewußtseins.

Selbst ein funktionierende (was in Griechenland nicht selbstverständlich ist) Toilette und eine Stranddusche war vorhanden. Eine „Kantina“, ein uralter Verkaufsbus, die allerdings saisonbedingt kein Essen mehr verkaufte, rundete das Angebot an diesem etwas abgelegenen Strand ab.

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Unser ”Big Grasshopper” stand unmittelbar neben einer kleinen Ausgrabungsstätte, einer der Häfen von Festos. Zu sehen sind einige Grundmauern minoischer Häuser und ein Stück Straße.

Hier kraxelten nur wenige Touristen durch die Trümmer, denn ein legaler Zugang war nicht auszumachen.

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Am frühen Nachmittag kam kräftiger Wind auf, auch einige Wolken, die Tagesgäste zogen es vor zu verschwinden. Wie unangenehm, denn am späten Nachmittag schien wieder die Sonne. Der Wind ließ ein wenig nach, um gegen Abend sich nochmal kräftig aufzufrischen. Die Wellen wurden immer höher und klatschen geräuschvoll gegen den Sandstrand.

Unsere netten Nachbarn mit einem älteren Clou-Alkoven Reisemobil hatten bereits viele schöne Reisen gemacht, hinsichtlich der manchmal auch ein wenig exotischen Reiseziele waren durchaus ähnliche Interessen festzustellen. Da kamen wir gemeinsam ins schwärmen. 

Die Sonne machte sich mit einer abendlichen Sondervorstellung von dannen. Natürlich auch wegen der kleinen vorgelagerten Insel und dem Wolkenband ein hübsch anzusehendes Schauspiel der Natur. Erst spät in der Nacht wurde die Brandung ruhiger, dennoch ein herrliches Geräusch zum einschlafen!

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Ein schöner Tag

Angenehme Nachtruhe, morgens blauer Himmel, schönes Badewasser. Der Strand, eine Augenweide! Aber auch wie am Vortag kam am frühen Nachmittag Wind auf, die Sonne verschwand hinter Wolken. Dessen ungeachtet verbrachten wir an diesem schönes Fleckchen Erde einen wunderbaren Tag.

Spontan entschieden wir gegen Abend den Motorroller zu aktivieren und eine der vielen Tavernen in den umliegenden Orten aufzusuchen. Denn die Bordküche bot außer Nudeln und Salat keine sonderlichen kulinarischen Genüsse. 

Gesagt, getan, ab ging die Fahrt zunächst nach “Pitsidia”, bereits dort einige nette Tavernen zur Auswahl. Uns reizte aber eine „Tavern & Restaurant“ hoch oben über der Bucht des „Kosmos Beach“, dessen Reklameschild wir am Vortag gesehen hatten. Kurz nach 19 Uhr standen wir auf dem Parkplatz des „Mystical View Fish Restaurant“, etwa die Hälfte der Tische war von Touristen belegt. Ob das ein gutes Zeichen ist? Egal, der Hunger trieb uns in die schöne Taverne. Von hier oben bot sich ein herrlicher Panoramablick über die Bucht, selbst der „Big Grasshopper“ war weit entfernt noch zu erkennen.

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Mit der umfangreichen dreisprachigen Speisekarte (aber immerhin keine Bilder der Gerichte für Analphabeten) kam der Hinweis auf ein Fischmenü, zwei Personen für 28 Euro. Das hörte sich gut an.

Das Menü enthielt einen ½ Liter Wein, wir wählten den Rosewein, sehr geschmackvoll. Dann folgte eine große Schüssel „Greeksalat“ mit einem ordentlichen Stück Schafkäse, eine gute Portion Tzatziki und Brot. Die zwei ausgezeichnet gegrillten Doraden waren jeweils um die 500 Gramm schwer, dazu gab es Pommes frites und grüne Bohnen. Alles sehr schmackhaft. Der Nachtisch bestand aus einigen Stücken Honigmelone, dazu zur Verdauung zwei klare milde Schnäpse, ähnlich wie ein Grappa schmeckend. Der extra bestellte „Greekkaffee“ rundete das Menü ab.

Insgesamt haben wir 31 Euro plus Trinkgeld bezahlt, wobei ausgerechnet das Brot mit einem Euro extra berechnet wurde. Der Kellner verfütterte freundlich lachend unsere Fischreste an die Katzen, aber außerhalb seiner Terrasse. So ein passables Preis- Leistungsverhältnis bei Fischgerichten haben wir in Griechenland schon seit vielen Jahren nicht mehr erlebt. Klar haben wir auf unseren grünen Camper hingewiesen, die Antwort ein freundliches „No problem“. Zufrieden kurvten wir in unsere dunkle Bucht, es folgte ein geruhsamer Abend und eine ebenso angenehme Nacht.

Festos - Agios Ioannis - Moni Odigitrias

Noch vor dem Frühstück in dem heute sehr ruhigen Meer schwimmen, ein ausgedehntes Frühstück, der Tag begann sonnig und friedlich. Heute steht eine Besichtigung der Ausgrabungsstätte von Festos mit dem Motorroller auf dem Programm. Diesen, der Sage nach von König Minos gegründeten Ort, wollten wir nun doch nicht auslassen. Die Ruinen liegen landschaftlich reizvoll auf einem Höhenrücken mit Blick auf die Messara-Ebene. Der Palast mit einer Fläche von schlichten 8.500 qm wurde weniger restauriert als in Knossos, dennoch das Gesamtbild dieser zweitgrößten und prächtigen Palastanlage soll beeindruckend sein. Nicht umsonst ein attraktives Touristenziel?

Die Schreibweisen: Festos - Phaistos - Phästos, also nur nicht irritieren lassen! (Link Info Wikipedia)

Wir hatten Glück, der Zustrom an Neugierigen hielt sich in Grenzen, nur drei Busfüllungen stolperten hinten den FührerInnen hinterher. Wenn man sich so die „interessierten“ Gesichter ansieht, dann kommt schon das Gefühl auf, hier sind überwiegend Teilnehmer, die wie “Lemmige” nur mitmachen, damit sie daheim erzählen können: „Und dann haben wir Festos gemacht.“ Wie dem auch sei, das sind zahlende Gäste, die zum Erhalt der Ausgrabungsstätte beitragen. In diesem Sinne entrichteten wir auch unsere 4 Euro pro Person und schlenderten durch die zum Teil labyrinthartigen Trümmer.

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Am interessantesten waren noch die unterirdischen Magazine, die zum Teil durch ein Gitter einzusehen waren, wo noch erhaltende „Pithoi“ (Vorratsbehälter) zu sehen waren. Natürlich ist die Ausdehnung des Palastes und zum Beispiel die beiden halbwegs erhaltenen Räume beachtlich.

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Aber auch die Aussicht in die Messara-Ebene lässt vermuten, dass sich die Erbauer schon bei der Auswahl der Lage was gedacht hatten. Interessant zu beobachten waren an verschiedenen Stellen Restaurationsarbeiten. Leider zogen jetzt dunkle Wolken auf, aber das Eis am Stiel schmeckte dennoch.

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Auf dem Rückweg hielten wir kurz in “Agia Ioannis” an, das Kirchlein „Agios Pavlos“, deren Entstehung bis in das 4 Jahrhundert zurückreicht, umkreisten wir suchend nach der architektonischen Besonderheit, die uns Banausen völlig entging. Dafür beobachten wir ein Kleinkind, das im Kirchhof auf einer Decke vor sich hin krabbelte.

Panagia Odigitrias

Das festungsartige Kloster “Odigitrias” liegt einsam 12 Kilometer südlich von Festos im westlichen Teil des “Asterussia-Gebirge” und ist in der venezianischen Zeit entstanden. Nach dem wir die gut ausgebaute Straße passiert hatten, die zunächst abweisende Anlage schließlich betraten, ging uns das Herz auf. So eine Idylle und zur Mittagszeit ohne Touristen hatten wir nicht erwartet.

Ein wunderschöner Innenhof mit einer fast schon arabisch anmutender Architektur und liebevoll präsentierte Pflanzen, Sträucher und Bäume schmeichelte unsere Augen.

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Spielende oder ruhende Katzen tummelten sich auf dem Hof, im Hintergrund erklang ein monotoner liturgischer Gesang, der uns zu lauschen verführte. Entspannt saßen wir auf einer der vielen Bänke, schlossen die Augen und hörten zu. Ehrfurchtsvoll wollten wir die kleine Kirche betreten, abgeschlossen! Schade.

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Wir entdeckten ein frei zugängliches kleines Museum mit Gebrauchsgegenständen aus dem Alltag. Ein Ölmühle, kleine Schaustücke aus dem Haushalt (die hoffentlich nicht gestohlen werden), einen Webstuhl und verschiedene andere Gegenstände. Sehr schön, völlig alleine besichtigten wir die verstaubten Exponate. 

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Das Odigitria-Kloster ist schon alt, aber obwohl man das exakte Baujahr nicht kennt, geben doch die vielen Ikonen aus dem fünfzehnten Jahrhundert einen ungefähren Hinweis, und außerdem kann man an den Außenwänden eine Inschrift aus dem Jahre 1568 erkennen.

Gut das wir uns nicht so schnell von diesem beschaulichen Ort lösen konnten, denn ein orthodoxer Priester schloss wenig später die Türen zum Kirchlein auf. Er ließ sich von uns nicht stören, betend und mit einem Räuchergefäß schwenkend in der Hand machte er einen Rundgang durch alle Ecken und Nebenräume der kleinen zweischiffigen Kirche. Der Priester sah übrigens genau so wie auf diesem Bild aus, nur seine Bewaffnung hatte er abgelegt. Er drehte an den Bibelständer mit verschiedenen Schriften, schwenkte weiter betend das Räuchergefäß.

Der still zuschauende Tourist in der roten Yahama Jacke war Luft für ihn. Die Kirche zeigt wertvolle Ikonen eines berühmten Malers, alte Messgewänder und liturgisches Gerät. Ein Oase der inneren Einkehr, die wir unabhängig von Glaubensfragen sehr genossen.

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Natürlich musste der Autor den Turm erobern, die zweite Etage war nur mit über eine Leiter erreichbar. Oben eine wunderbare Aussicht in die leider bewölkte Landschaft. Wir verließen die Klosteranlage „Wegweiserin Maria“ deutlich beeindruckter, als die Palastanlage in Festos.

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Die Bewohner des Klosters hatten Sinn für Pflanzen, überall sehr schön anzusehen.

Die Wolken haben endgültig die Sonne verdeckt, sogar einige Tröpfchen Regen waren zu verzeichnen. Aber es war warm und so fuhren noch gemütlich einige Kilometer über die Dörfer Karmilarii, Listaros, Sivas, Kausses und Petrokefali. Ein Abstecher nach Matala, um in den dortigen Supermarkt unsere Vorräte aufzufrischen, brachte uns brutal in die touristischen Welt zurück. Der Ort quoll über von Besuchern, der Strand war trotz fehlender Sonne gut besucht. Was hat nur dieser Ort außer Strand und Höhlengräber, dass er so eine Attraktion darstellt? Oder waren das alle die ehemaligen Hippies, die in ihren Erinnerungen schwelgten?

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Nach gut 55 Kilometern erreichten wir wieder unser Reisemobil, die Sonne wagte sich wieder hinter den Wolken hervor. Ein Sprung in das Meer und die Strandwelt war wieder in Ordnung. Am späten Nachmittag, nachdem das Leihwagengeschwader wieder verschwunden war, gesellten sich zwei Reisemobile aus Österreich zu uns, was einen ausführlichen Plausch über Reiseerlebnisse nach sich zog. Sie erzählten auch, dass sie an einer Stelle auf Kreta rigoros und in kürzester Zeit sehr unfreundlich verjagt wurden.

Ein viertes Mobil aus der Schweiz kreuzte auch auf. Hoffentlich störte das nicht irgendwelche Ordnungshüter. Aber wie das so ist, alle Appelle sich maximal mit zwei bis drei Reisemobilen an solchen Stellen zu präsentieren klappen nicht, denn jeder ist sich selbst der Nächste. Bevor jemand anfängt zu lästern, ich will mich da auch nicht als Säulenheilger darstellen.  

Am Abend „rollterten“ wieder in die Taverne des gestrigen Abend, die Calamares mundeten ausgezeichnet. Und schon bewegte uns, was bringt der nächste Tag? Der „Big Grasshopper“ scharrte schon mit den Pneus!

Nix wie weg

Nach der erneut ruhigen Nacht planten wir den Tag. Bereits das fünfte Reisemobil tauchte auf, was ist hier los? Ein deutsches Reisemobil stellte sich provozierend vor unserm Mobil quer zum Meer, der Pilot fragte scheinheilig, habe ich ihnen die Sicht versperrt? Da bleibt einem doch die Sprache weg. Er hatte Glück, wir wollten sowieso fahren.

Nachdem der Motorroller verstaut war, rollten wir über “Phaistos” Richtung Landstraße 97, wir fuhren über diese gut ausgebaute Straße weiter nach “Mires”. Der sich nahtlos anschließende Ort dahinter, “Kapparianna”, verfügt über einen Lidl Supermarkt. Das Angebot und der Aufbau des Supermarktes entspricht quasi dem heimischen Märkten, die Preise sind deutlich günstiger als in anderen kretischen Supermärkten. Trotzdem, irgendwie fühle ich mich nicht so wohl, so kleiner „Mini-Supermarket“ ist viel interessanter. Die sehr freundliche und charmante Kassiererin machte allerdings einiges wieder gut und Mineralwasser mit Kohlensäure gibt es hier immer.

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