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Bonifacio

Die Südspitze Korsikas, eine Landschaft mit besonderen Reiz? Sanfte Hügel, viel Maccia, Felsenbuchten und Sandstrände werden im Reiseführer beschrieben.

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Wir schlichen über die D 21 zur gut ausgebauten N 196. Unterwegs ein sehr schöner Blick vom Aussichtspunkt Roccapina, in der Ferne liegt vor dem Genuesenturm der „Löwe von Roccapina“.

Die Felsen sollen einem liegenden Löwen ähneln, wenn auch die Beifahrerin meinte, es könnte ein Pferd sein. Nun ja, die diesigen Lichtverhältnisse...

Es gibt die Legende, dass dieser Löwe die Korsen seit jeher von Angriffen schützt. Auf jeden Fall wird die wunderschöne Bucht davor bewacht ...

Gegen Mittag erreichten wir Bonifacio und steuerten den Campingplatz (nicht zu verfehlen) direkt an der Straße am Ortseingang an. Wir sollten uns neben einer Reihe von Reisemobilen mit vielleicht 1,50 Meter Abstand quetschen, die anderen freien Flächen wurden verweigert. O.K., dann bitte den Ausweis zurück, für um die 20 Euro eng wie auf einem Parkstreifen übernachten? Nein Danke!

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Es gab ja noch einen Stellplatztipp, so fuhren wir Richtung der außerhalb gelegenen Radarstation, 90 Meter über dem Meer ein holpriger Parkplatz (N 41°22'33.9, E9°10'39.0) mit fantastischen Blick auf Bonifacio und den Kreidefelsen. Zwar asphaltiert, allerdings teilweise enge und steile Zufahrt. Dafür Blick in die Ferne auf die gut 60 Meter hohen weißen Klippen Bonifacios, die senkrecht aus dem Meer steigen. Die Häuser kleben förmlich auf dem Felsen. Vier anderen Mobilbesatzungen aus F, E, CH und D (ein Europamix) gefiel der Platz auch gut, wenn auch der Wind um die Mobile pfiff.

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Nach dem Blick über das Meer Richtung Bonifacio wurde der Motorroller startklar gemacht. Bald parkten wir hoch oben in der Altstadt und machten einen gemächlichen Rundgang durch die Gassen.

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Mächtige Stadtmauern aus dem 13 Jahrhundert bis zu 8 Meter hoch, ein schöner Blick in den Naturhafen und anschließenden Jachthafen. Wir schauten in die Kirche „Ste. Marie Majeu-Re“ und zwei Kapellen. Staunten über die engen oft muffig riechenden Gassen. Schauten neugierig in Hauseingänge mit auffällig steilen dunklen Treppen. Ursprünglich kletterten die Bewohner angeblich an Strickleitern hinauf, um sich vor Belagerern zu schützen. Es fiel schon auf, insgesamt viele renovierungsbedürftige Häuser in der Oberstadt. Die touristische Zone ist gepflastert mit vielen Lokalen und Souvenirläden aller Art. Alles nett anzusehen, aber das soll die reizvollste Stadt Korsikas sein? Oder haben wir was verpasst? Was sicherlich imposant war, der Blick von unserem Stellplatz auf die Stadt und den Kreidefelsen.

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Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Plateau, inmitten der verfallenen Geschützstellungen des 2. Weltkrieges. Am Abend ließ der Wind nach. Immer wieder ein Panoramablick auf Bonifacio, leider war es sehr diesig. Die Nacht war angenehm, am frühen Morgen begann wieder der Wind um das Mobil zu pfeifen. Der Blick auf Bonifacio durch das Alkovenfenster war ein wenig ungetrübter, gut zu erkennen wie nah die Häuser am Hang gebaut wurden. Hier ein Blick von Bonifacio auf der Kreidefelsen, wo sich der Stellplatz befand.

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Bucht von Santa Manza

Nur wenige Kilometer weiter eine schön gelegene große Bucht, die an der D 58 auch mehrere Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Zum Beispiel N 41°24'39.5, E 9°13'51.3. Tief eingeschnitten, von grünen Macchiahügeln eingefasst, ganz vorne die weißen Kreidefelsen von „Rocchi Bianchi“. Etwas weiter Richtung offenes Meer blies der Wind sehr kräftig, was den Cracks unter den “fliegenden” Surfern erfreute. Mit hoher Geschwindigkeit düsten sie über die Wellen.

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Kleine windgeschützte Minibuchten mit etwas Sandstrand luden zum Verweilen und Baden ein. So blieb unsere Tagesleistung mit rund 10 Kilometern sehr mickrig. Am Nachmittag gesellten sich zwei Hymermobile zu uns, ein Franzose, ein Deutscher, der nicht mehr als ein „Hallo“ über die Zähne bekam. Kein Schwätzchen am Abend, ganz der Gegensatz zu der netten gesprächigen Hymerbesatzung in Galeria

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Porto-Vecchio - Palombaggia

Die Nacht war bestens, schön der Blick am Morgen beim Frühstücken aus dem Fenster über die Bucht mit den gegenüberliegenden Kreidefelsen. Im nächstgelegenen Örtchen gab es eine Müllstation, hier konnten wir unseren Müll trennen und „artgerecht“ entsorgen. Zunächst wurde in Porto Vecchio eingekauft, dann wurde der schönste Strand der Gegend aufgesucht. Palombaggia, auf der vorgelagerten hügligen Landzunge, quasi eine Halbinsel südlich von Porto-Vecchio. Die Straße um die Landzunge haben wir einmal umrundet, Alternativen für einen Stellplatz ergaben sich nicht. Es gibt zwar Parkplätze, die Reisemobile zulassen, aber eine Kette sperrte zumindest einen dieser Plätze ab. Ein Campingplatz hatte am heutigen 30. September bereits geschlossen.

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Der etwa 200 Meter vom Strand Palombaggia gelegene, teilweise schattige Parkplatz, ist auch für Reisemobile erlaubt (N41°33'44.0, E 9°20'01.9 auf dem Parkplatz erfasst). Für 24 Stunden werden 10 Euro verlangt, tagsüber 4 Euro. Allerdings wurde in dieser Zeit nicht mehr kassiert, wie sich später herausstellte. In der Nähe sogar eine öffentliche Toilette, wo ausdrücklich das Entleeren von Chemietoiletten verboten war. Am attraktiven Sandstrand waren etliche Badegäste, das Wochenende kündigte sich an. Eine Strandbar verkaufte z.B. eine Portion Pommes frites für schlichte 5 Euro, das kleine Restaurant mit super Blick auf das Meer nahm für die Pizzen zwischen 13 und 19 Euro. Die Pacht muss hier sehr hoch sein...

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Wasserfall Piscia de Gallo

Am nächsten Vormittag brachte uns der Motorroller zum rund 35 Kilometer entfernten Wasserfall „Piscia de Gallo“ (Hahnenpisse). Der in der Saison gebührenpflichtige Parkplatz liegt rund 2 Kilometer hinter einen Staudamm, der fast leer war und viele Baumstümpfe zeigte. Dann den Rucksack mit etwas Proviant geschultert und los ging es mit festem Schuhwerk. Der Wanderweg führt durch eine faszinierend Fels- und Berglandschaft und ist gut markiert. Ärgerlich, der Autor hatte seine Kamera vergessen, daher hier ein Bild aus Wikipedia. Mal etwas klettern, ein Bachbett ist zu überqueren, dann erreicht man interessante Felsformationen. In einem schmalen von Felsen umgebenen Tal stürzt der Oso-Bach aus einer Felsspalte rund 50 Meter quasi frei fallend hinab. Zum Schluss ging es noch einmal extrem steil runter, etwa 2/3 mit Seilen gesichert, vor dem restlichen noch steileren Abstieg ohne Sicherungen wird dreisprachig gewarnt; „Auf eigene Gefahr“! Der Autor traute sich und ließ sich die Gischt des Wasserfalls erfrischend in das Gesicht stäuben. Wieder oben war eine Pause mit Vesper willkommen, damit sich der Kreislauf wieder beruhigte. Mit kleinen Umwegen und Pausen waren wir rund drei Stunden in der herrlichen Natur unterwegs. Wieder am Stellplatz, wurde erst mal in das super klare Wasser des Meeres gesprungen. 

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Porto-Vecchio

Am frühen Abend schlenderte wir durch Porto-Vecchio, in den engen Altstadtgassen liegt ein Restaurant nach dem anderen, die zu dieser Zeit noch auf Gäste warteten. Was mag hier in der Hauptsaison los sein? Einen Blick durch das Tor der Kirche „St. Jean Baptiste“ geworfen, in der gerade ein Gottesdienst begann.

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Schließlich haben wir ein kleines Lokal gefunden, auf der Terrasse hatte man einen weiten Blick auf den Hafen. Wir „trauten“ uns das Menü zu bestellen, eine große Auswahl an Vorspeisen, Hauptgerichte und Desserts. Wir wurden nicht enttäuscht, alles sehr nett angerichtet und appetitlich.

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Auf dem „Place de la Republique“ fanden Laienvorführungen statt, alles wurde überwiegend von Kindern und Jugendlichen geboten, vom Bauchtanz (hier tanzte eine füllige „reife“ Frau) bis zur Pantomime. Sehr nett anzusehen, das zahlreiche Publikum honorierte die Darbietungen mit kräftigem Applaus. So kehrten wir erst gegen 23 Uhr auf den Stellplatz zurück.

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Der “kleine Unterscheid” ... aber die jungen Mädels üben ja noch ... aber nur nicht den Pfunden nacheifern!

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Der nächste Tag brachte ein wenig Anstrengung. Aber zunächst musste der Motorroller betankt werden, Pech, alle Tankstellen waren am heutigen Sonntag geschlossen. Also den Kampf mit dem Tankautomaten aufnehmen, der leider nur die EC Maestro Karte nahm. Das wird ein teures Vergnügen dachten wir, denn es fällt normalerweise eine saftige Gebühr für die 5,66 Euro Superbenzin an. Aber dennoch waren wir froh, denn der Tank war so leer, das wir noch nicht einmal zurück zum Stellplatz gekommen wären. Übrigens, die Überraschung Zuhause, es wurden keine zusätzlichen Gebühren abgebucht. 

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Torreanisches Monument

So kurvten wir bald in das Dorf Arraghju, dort beginnt ein unscheinbarer Pfad zwischen den Häusern zum „Castellu d' Arragiu“. Das soll eins der größten und anschaulichsten torreanischen Bauten Korsikas in 245 Meter Höhe sein. Der Velbinger schreibt locker, ein guter Wanderweg „als Spaziergang“ zwischen den Steinmauern, aber festes Schuhwerk sei nötig. Vergessen hat er, der Weg ist sehr steil und man kletterte mehr rauf, als man wanderte. Aber ein wenig schwitzen ist ja gesund...

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Das Kultmonument soll über 3.000 Jahre alt sein, das Eingangstor hat eine schwere Sturzplatte. Die Bauweise ist eine mörtellose Aufschichtung der Steine, die Restauratoren haben kräftig nachgeholfen, um wieder den Eindruck einer kompletten Anlage mit einer Zyklopenmauer und mehreren Gemächern entstehen zulassen. Aber ein wunderschöner Rundblick auf den Golf von Porto-Vecchio und der Ebene entschädigt für fast alles. Der Abstieg die „Naturtreppe“ hinunter war kaum weniger anstrengend, wie der Aufstieg. Am Nachmittag verwöhnte der Traumstrand von Palombaggia und das herrliche klare Meer zum Schwimmen. 

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Nach drei Nächten hieß es Abschied nehmen, der rund 10 Kilometer nördlich von Porto-Vecchio liegende Strand in der Bucht von St. Cyprien mit „Südseefeeling“ lockte uns. Leider war die Bucht nicht erreichbar. Die Straße war wegen einer Baustelle schlicht und einfach vollständig gesperrt, eine Umleitung war nicht erkennbar.   

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