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Filitosa Weiter die jetzt sehr kurvige D 155, sie bietet immer wieder eine schöne Aussicht. Aber hier fahren kostete Zeit, aber die hatten wir ja. Am Nachmittag erreichten wir die Ausgrabungsstätte in Filitosa, in die wir für 6 Euro pro Nase gelassen wurden. Hier befinden sich rund 5.000 Jahre alte Menhierstatuen, die besterhaltenen der Insel. Mannshoch mit noch erkennbaren Gesichtszügen und Schwertern werden sie zu den ersten skulptierten Darstellungen von Menschen Europas gezählt. Die 3 Meter hohe Menhierstatue Filitosa V ganz am Anfang ist etwa 2.000 kg schwer und diente bis zur ihrer Entdeckung einem Bäuerlein als Sitzbank... |
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Auch 3.500 Jahre alte torreanische Kultstätten befinden sich auf dem Gelände, was von einer schönen Landschaft umgeben ist. Viersprachige Automaten erzählen auch in Deutsch ein wenig über den Ursprung. Im kleinen Museum sind weitere Funde ausgestellt. Das Ausgrabungsgelände ist schon den Umweg wert. Tour de la Calanca Jetzt folgten wir einem Stellplatztipp eines erfahrenden Koriskafahrers. Weiter auf der D 157 erreichten wir bei Tour de la Calanca vor Propriano, einen asphaltieren Abzweig, der steil herunter zu einem schönen grobkörnigen Sandstrand führt. Neben einem Sportplatz ein Parkplatz direkt am Strand. Das kleine Schild am Zaum mit einem durchgestrichenen Wohnmobil kann man leicht übersehen, wie es den anderen Insassen der beiden bereits dort parkenden Reisemobile auch passiert ist. |
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Ein nettes Lokal wurde auch geboten, das am Abend wieder öffnete. Man kann das mal so beschreiben, eine Übernachtung direkt am Strand, eine gute Pizza, drei ordentliche Lammkoteletts, ½ Liter Wein, zwei Kaffee und zwei Pastis mit Trinkgeld 35 Euro. Übrigens, die Nachfrage ergab, es wäre kein Problem in dieser Zeit hier zu übernachten. |
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Fozzano Nach der ruhigen Nacht, in der ein paar Tropfen Regen fielen, Enttäuschung, der Himmel ist bewölkt, die Sonne kam kaum durch. Nebenan auf dem Sportplatz wird ein Fest vorbereitet, die Gendarmerie fuhr vorbei, interessierte sich aber nicht für unser Reisemobil. Der Motorroller brachte uns zu drei Sehenswürdigkeiten. Zunächst besichtigten wir Fozzano. Hohe Granithäuser und schmale Gassen, hier sollen sich bestialische Vendettamorde ereignet haben, die sogar literarisch verarbeitet wurden. Die einstmals verfeindeten Clans verkörperten den Prototyp korsischer Blutrache. Einige Ecken des Ortes sahen aus, als sei die Zeit stehen geblieben. |
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Unterwegs erkundeten wir einen der vielen interessanten sehenswerten Friedhöfe auf Korsika. |
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Sarténe Die Stadt Sarténe liegt 300 Meter hoch über dem Rizzanesetal, viele schmale Natursteinhäuser im Altsstadtbereich. Im Zentrum brummte am heutigen Sonntag das Leben, ein Fest bevölkerte zusätzlich die Stadt. Am Place de la Libération stellten wir den Motorroller ab, schlürften einen Café und verspeisten leckere gefüllte korsische Blätterteigspezialitäten, einmal mit Zwiebeln, einmal mit Käse und Kräutern. |
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Durch die Gassen zogen sich viele Verkaufsstände mit korsischen Spezialitäten und Produkten. Die Altstadt wirkt mittelalterlich mit den engen fotogenen Gassen. Auch hier haben Fehden und Blutrache die Stadt noch Anfang des 19. Jahrhunderts zweigeteilt. Die Stadt ist absolut sehenswert und sollte auf keiner Korsikatour fehlen. |
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Am Abend gesellte sich ein riesiger französischer Bürstner Eleganz i 900 auf Fiat Doppelachse auf den Platz. Das neuwertige Mobil wies etliche Schrammen im Heckbereich auf beiden Seiten auf, ein Seitenfenster war gebrochen und notdürftig zugeklebt. Das ist kein ideales Reisemobil auf Korsikas Straßen, oder hat der Eigner die Macken bereits mitgebracht? Später riss die Bewölkung auf, ein malerischer Sonnenuntergang verzauberte das Meer. Wir kehrten wieder in das Restaurant ein, beobachteten die Gäste und den Clan um die Familie der Inhaberin, 8 bis 10 Personen in vier Generationen von 4 bis 70 Jahren (um das für die älteste Dame freundlich zu schätzen) schwadronierten ständig und einige der Damen versorgten abwechselnd die Gäste. |
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Nach angenehmer Nacht wieder ein blauer Himmel, das Meer war völlig ruhig, kaum eine Welle. Eigentlich wollten wir weiter fahren, aber der schöne Strand lud zum Relaxen und Schwimmen ein. So legten wir einen Faulenzertag ein, gegen Nachmittag grummelte es ein wenig und ein paar Tropfen fielen. Aber der Spuk war schnell vorüber. Später wieder ein „klassischer“ Sonnenuntergang. Am Abend waren wir wieder Gäste im Strandrestaurant, die Pizzen schmecken einfach Klasse. Dem Pizzabäcker haben wir bedeutet, 3 Sterne für die perfekten dünnen Pizzen im Holzfeuerofen. Die Bedienung hat es „übersetzt“, der Mann strahlte und sage auf deutsch „Dankeschön“. Wir wissen es nicht, lag es am dritten Mal einkehren oder an den drei Sternen, wir bekamen auf Kosten des Hauses einen reichlich gefüllten Zitronenlikör, lecker, aber sehr süß. Übrigens, in diesem Lokal kostete mit 3 Euro das 0,25 Schlückchen korsisches Bier genau soviel wie Wein, der ½ Liter für 6 Euro. |
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Campomoro Nach drei Tagen verließen wir den gastlichen Stellplatz. Wir fuhren nach einem Einkauf die Panoramastraße D 121 nicht weit nach Campomoro, ein kleiner Badeort an einer schönen Bucht gelegen. Der erste Campingplatz hatte bereits geschlossen, beim Zweiten (durch den Ort) konnten wir für 15,30 Euro ohne Strom übernachten. Zum Strand sind es rund 400 Meter. Überall sind Wohnmobil Verbotsschilder und Barrieren an den Parkplätzen zu sehen. Eigentlich sollte man sofort drehen und wegfahren. An der Promenade wurden wir ernst von Einwohnern angesprochen, wahrscheinlich der Hinweis, hier kann man nicht parken. Erst meine Aussage, wir fahren zum Campingplatz, ließ das Gesicht des älteren Mannes freundlich werden. Korsische Linie... |
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Ach, was ein krasser Gegensatz zu dem schönen Strandparkplatz, wir machten zunächst lange Gesichter, als wir den Campingplatz besichtigten. Der Platz ist terrassenförmig angelegt und nur noch wenige Gäste waren da. Die Sanitäranlagen waren rustikal, aber immerhin konnte ich mit dem Mobil einen Wasserhahn anfahren. Ver- und Entsorgung auf Reisemobil ausgerichtet? Fehlanzeige, dafür ist auch noch der ganze Ort für „Campingcars“ gesperrt. Das macht nicht Lust auf einen weiteren Besuch. Prähistorische Stätten Der Motorroller brachte uns zunächst nach Pallagiu, die „Route des Mégalihes“. Mitten in der Macchia findet man nach 20 Minuten Fußmarsch Hunderte von Menhiren, ordentlich in Reihen aufgestellt. Mit laut Reiseführer 258 Steinen und 200 Metern, die längste Menhirensammlung auf Korsika. Die bessere Hälfte hat bei 150 aufgehört zu zählen, unendlich viele Steine liegen bereits flach und werden überwuchert. |
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Anschließend holperten wir knapp 5 Kilometer eine Stichstraße nach Cauria, das ist kein Ort, sondern die Bezeichnung von gleich drei prähistorischen Stätten (2./3 Jt. v. Chr.), die möglicherweise einst als Kultstätten gedient haben. Die Besichtigung ist mittels eines ausgeschilderten Rundweges inmitten der herrlichen Landschaft möglich. Angenehm auch hier, kaum Besucher. Nett, bei Begegnungen grüßt man sich freundlich. Zunächst Stantari, dort stehen etwa 20 eingezäunte Menhire, sogar Gesichter sind noch zu erkennen. |
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Weiter ging der Pfad nach Rinaggiu, in einem Steineichenwäldchen eine Art Menhirlager. Dann der imposanteste Dolmen (vermutlich eine Grabstätte) Korsikas. Sechs senkrechte Steine tragen die Deckplatte aus einem riesigen Granitstein, um die 3 Tonnen schwer, hat man ermittelt. Die Schäfer nutzten den Dolmen bis zu seiner Entdeckung gerne als Unterstand, ob dort auch „Schäferstündchen“ abgehalten wurden, ist nicht überliefert. |
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Auf der Rückfahrt gönnten wir dem Motorroller einen Schluck Superbenzin bei Sarténe, es kamen 75 Kilometer für diese Tagestour zusammen. Geduscht haben wir lieber im Reisemobil, einmal luden die Duschen des Campingplatzes nicht so unbedingt ein, zum anderen wurde zusätzlich eine Gebühr für die Jetons verlangt. Der Einkauf hat Fisch mitgebracht, so schmausten wir am Abend eine leckere Fischpfanne mit Porree. |
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Nach dem kurz vor 7 Uhr die Müllabfuhr kam, war nur noch wenig Schlaf möglich, die wenigen Campingäste erwachten nicht lautlos. Ach wie anders, der morgendliche Blick aus dem Alkovenfenster und kein Meer zu sehen. Eigentlich wollten wir den Genuesenturm auf der Landzunge noch erobern, aber wir nahmen dummerweise vom Campingplatz aus die falsche Richtung, kamen dafür ordentlich ins schwitzen. Kleine Entschädigung, immer wieder schöne Blicke auf die halbkreisförmige Bucht. Danach war nur noch Lust für einen Gang durch das Nest Campomoro, ein schöner Strand, einige Lokale, Post und ein Laden, das war es.
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