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Cap Corse

Kaum aus dem Hafen raus kurvten wir schon auf der Küstenpanoramastraße D 80 des Cap Corse. Insgesamt sind es rund 130 km Kurve an Kurve, wenn man das Cap umrunden will. Nach nur ca. 17 Kilometern weiter erreichten wir „Marina de Sisco“, ein bescheidenes kleines Örtchen am Meer mit Kiesstrand.

Dennoch landeten wir dort auf dem ruhigen Campingplatz „La Casaiola“, rund 250 Meter (einspurige, etwas enge Straße) vom Strand entfernt. Nur wenige Campinggäste waren noch anwesend. Die Gebühren betrugen in der Nachsaison moderate 16,50 Euro ohne Strom. Unser Stellplatz hatte fast schon „Freisteherqualität“.

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Der Küstenort ist ein gutes Beispiel für die Cap-Corse Besiedlung, so die Beschreibung im Reiseführer von Velbinger. Das eigentliche Dorf Sisco liegt 7 Kilometer entfernt oben terrassenförmig am Hang, unten am Meer nur wenige Häuser, um die Touristen einzufangen. Eine gute Gelegenheit nach einer Erholungszeit erstmalig den Motorroller einzusetzen, um das verschlafene Nest auf dem Berg zu besuchen. Bis auf ein Kirchlein und einen schönen Blick auf das Meer gibt es von dort nichts zu berichten.

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Am Abend besuchten wir das zum Campingplatz gehörende gleichnamige Restaurant und Pizzeria. Auf einer direkt am Meer gelegenen Terrasse mit Blick auf den Vollmond, wurden wir mit einer leckeren Pizza und roten „Vino de Casa“ verwöhnt. Lange saßen wir dort bei lauen Sommertemperaturen und entspannten uns, ein gelungener Auftakt unserer Reise.   

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Bastia

So kurz nach 7 Uhr klopften in der Umgebung des Campingplatzes sporadisch fleißige Handwerker, dem Schlaf nicht gerade förderlich, also nichts mit lange im Bett lümmeln. Nach einem gemütlichen Frühstück verzogen sich die meisten Wolken, der Motorroller brachte uns nach Bastia. Zunächst wollten wir den alten Hafen anfahren, aber einmal nicht aufgepasst und schon durchquerten wir ein Teilstück des Tunnels, der sich unter Bastia befindet. Klasse, das mit Sonnenbrille, also konzentriert in das Dunkle schauen und durch. So landeten wir schließlich von hinten herum an der Zitadelle und schlängelten uns von dort steil zum alten Hafen herunter.

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Dort ein schöner Blick auf die Jachten und Segelboote. Die vielen Freizeitboote haben nur noch wenig Platz für die Fischer gelassen. Korsikas größte Kirche im Hafenviertel mit zwei mächtigen Glockentürmen ist das Wahrzeichen der Stadt.

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Durch den Park „Jardin Romieu“ erstiegen wir die Zitadelle Bastiglia. Das Areal Terra Nova innerhalb der Mauern umfasst hübsche Gassen mit fotogenen Häusern.

Kurz vor der Schließung am Mittag konnten wir noch einen Blick in die Kathedrale „Ste-Marie“ werfen, die überwältigende barocke Ausstattung erschlug uns fast.

Zwischen den Häuserfronten liegt die Kapelle „Ste-Croix“, die leider schon verschlossen war. Hier verehren die Gläubigen vor allem das schwarze Kreuz, das einer Legende nach von zwei Fischern leuchtend im Meer gefunden wurde.

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Terra Vechia

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Die „Terra Vechia“ (Altstadt) mit hohen Häusern und vielen bröckelnden Fassaden verbreitete einen reichlich abgewohnten Charme. Viele Wäscheleinen waren gespannt, jetzt in der Mittagszeit klapperten die Töpfe, die Essensgerüche machten uns Appetit. Überall drang lebhaftes Stimmengewirr aus den Häusern, das vermittelte irgendwie italienisches Flair. Nach einem kleinen Snack noch ein wenig eingekauft, so das lebensnotwendige, Wein, Wasser und Baguette. Der Motorroller bekam auch einen Schluck Superbenzin und schon brummten wir zurück zum Campingplatz.

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Der mit 25 Grad warme Nachmittag bei wechselnder Bewölkung wurde relaxend vor dem Reisemobil verbracht. Gegen Abend bekamen wir einige Nachbarn, die mit einfachen Mitteln Kleintransporter zum Campen nutzten. Aber auch ein französisches Reisemobil mit zwei Paaren tauchte neben uns auf, auf einem Anhänger zwei schwere Motorräder. So hatten wir was zum beobachten. 

Tollare

Heute Morgen lebten die Nachbarn des Campingplatzes ringsherum erheblich früher auf, Schiebetüren knirschten, schon um 7 Uhr fuhren Motorräder ab, ein Gästehund verabschiedete diese mit empörten Gekläff angesichts der lauten knatternden Motoren.  

Viele Reisemobilsten lassen es sich nicht nehmen an den nördlichen Zipfel des „Cap Corse“ zu fahren und dort am Strand in Tollare zu übernachten. Trotz beschriebener enger Straße wollten wir diesem Tipp auch folgen. Aber zunächst schauten wir uns kurz den Genuesenturm von Losse an, der sehr gut erhalten ist. Das verschlafene Fischernest Marine de Porticciolo war der nächste Stopp, dicht zusammengedrängte Häuser, eine schmale Gasse und ein unscheinbarer Hafen.

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In Macinaggio, ein lebhaftes Touristendorf vor wunderbarer Bergkulisse mit einem großen Jachthafen, schlenderten wir ebenfalls durch den Ort. Etwas Geld haben auch wir gelassen, wir erstanden Mineralwasser und für den Herrn einen Strohhut als Sonnenschutz.

Die D 80 biegt hier ins Landesinnere ab, inzwischen verbreitert und teilweise neu asphaltiert lässt sie sich halbwegs fahren, wenn auch Kurve an Kurve. Entweder war Asphalt, oder das Geld knapp, denn die ursprüngliche schmale holprige Straße stellte in der Regel eine Spur dar, während die andere Hälfte im Bestzustand war. Da war man schon versucht auf die Gegenfahrbahn zu wechseln.

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In Botticella zweigt die oft sehr schmale Straße nach Tollare ab, sie ist streckenweise in einem desolaten Zustand. Wir hatten Glück, die wenigen Pkws rangierten flott an uns vorbei. Aber wehe es kommt in den engen Stellen ein Lkw entgegen, dann heißt es Nerven bewahren. An einem Laternenmast im Örtchen Poggio stand ein Leiterhubwagen mit ausgefahrenen Stützen, die Straßenbeleuchtung wurde repariert. Gegenüber parkte auch ein Fahrzeug, zu schmal der Durchlass für uns. Also warteten wir ca. 15 Minuten bis die Reparatur erledigt war, und beglückwünschten die Monteure für die flotte Arbeit, die freundlich den Platz räumten. Wir rumpelten weiter, bis das verträumte Nest Tollare erreicht war.

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Dort standen bereits einige Reisemobile auf dem großen weitgehend ebenen Parkplatz am Kieselstrand. Die neue Strandbar hatte saisonbedingt bereits geschlossen, der Wasserhahn auf dem Parkplatz war abgesperrt. 

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Ein deutsches Paar erzählte, in der Saison würden 10 Euro (keine Entsorgungsmöglichkeit) kassiert, aber jetzt in der Nachsaison wäre keiner zum Kassieren gekommen. Tatsächlich, ein kleines Schild mit dem Tarif für Reisemobile, tagsüber wurden 4 Euro von der Verbandsgemeinde Ersa verlangt. Der Ort ist touristisch ein „Nichts“, kein Café, kein Restaurant, geschweige denn irgendwelche Einkaufsmöglichkeiten.

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Wenig später wanderten wir auf einem schmalen Pfad direkt an der Küste, teilweise durch die über zwei Meter hohe tunnelförmige duftende Macchia nach Barcaggio, dort immerhin drei Restaurants am kleinen Hafen.

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Am Ortsrand gibt es einen staubigen Parkplatz, auf dem Reisemobile auch für 10 Euro übernachten können. Wir gönnten uns ein Eis und liefen den Panoramaweg an der Küste zurück nach Tallore.

Gut durchgeschwitzt nach den gut sechs Kilometern erst mal ins wohlige, seidenweiche Meer hüpfen, herrlich! Das warme Spätsommerwetter ließ sich für den Rest des Tages relaxend gut ertragen.

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Centuri Port

Die Nacht war ruhig, das leichte Plätschern der Wellen lullte in den Schlaf, bis gegen 3:30 Uhr die Müllabfuhr kam, zwar diskret, dennoch vernehmlich. Aber da meldete auch die Blase an das Gehirn: „Aufstehen, das ist eine gute Gelegenheit ...“ Aber danach wieder in die Decke eingewickelt und weiter geschlummert. Nach dem Frühstück kurvten wir mit dem dem Motorroller vorbei an der „Moulin Mattel“, einer restaurierte Windmühle, nach Centuri Port. Laut dem Reiseführer Velbinger eins der schönsten Fischerdörfer am Cap, in dessen Ortskern eine Straßenbreite von 2,05 Meter angegeben war. Nachgemessen haben wir es nicht. Um den geschützten Hafen reihen sich die Häuser mit grünlichen Dächern aus Serpentin, ein hiesiger Stein. Fischernetze waren überall zu sehen, ganz offensichtlich auch noch ein aktiver Fischerort. Von der hohen Hafenmole sind gleich mehrere Genusentürme zu erkennen, die einst ein Alarmsystem darstellten, indem man Rauchzeichen von Turm zu Turm sandte, wenn sarazenische Seepiraten sich der Küste näherten.

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Einige einladende Restaurants im Halbrund des Hafens warteten auf die jetzt wenigen Gäste, natürlich viel Fisch und Krustentiere im Angebot. Die Letzteren hätten ein deutliches Loch in unserem Portmonee hinterlassen. Für uns tat es am späten Vormittag die Hafenbar, das „erste Haus am Platze“, etwas trinken und den schönen Blick auf den Hafen genießen, Entspannung pur. Im kleinen Lebensmittelgeschäft erstanden wir zähes Zopfbrot, das aber nach dem Aufbacken im Reisemobil genießbar wurde. Einige Reisemobile standen auf dem Parkplatz am anderen Ende des Ortes, mit einer separaten Zufahrt. Da kräftige Wolken über den Bergen aufzogen, fuhren wir zurück, diesmal die bessere Straße mit wenigen Engpässen über Barcaggio nach Tollare. Hier schien die wieder Sonne, das Meer lud wieder zum Schwimmen ein.

Am Abend wollten wir im 2,5 Kilometer entfernten Barcaggio in ein Restaurant einkehren. Überraschung, eins war geschlossen, eins bot nur Mittagstisch, das dritte war ausgebucht, wir hätten reservieren müssen. Was nun? Was soll der Geiz, der Motorroller tuckerte, ab nach Centuri Port, dort fanden wir auf der Terrasse eines Hotelrestaurants noch ein Tischchen. Ganz ordentlich gespeist und gestaunt was die Franzosen für Mengen an Krustentieren vertilgten. Im Dunkeln kurvte der Rollerpilot sorgsam den Schlaglöchern ausweichend die ca. 15 Kilometer zurück nach Tollare.  

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