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Balagne - Ile-Rousse

Am Morgen war der Himmel bewölkt, aber mit 24 Grad war es recht warm. Am Vormittag erreichten wir den Küstenort Ile Rousse, der teilweise auf einer Landzunge mit vorgelagerter Insel am Golf liegt. Wegen den drohenden Wolken blieb der Motorroller in der Garage, die Rundfahrt durch die Balagne wurde mit dem Reisemobil absolviert. Erstes Ziel, Corbara, ein s.g. „Balkondorf“, konnten wir nur im Vorbeifahren sehen. Viele Autos, kein Parkplatz am heutigen Sonntag für unser Reisemobil. Später Pigna, ein beliebtes Künstlerdorf, auch dort alles zugeparkt. Auch in den folgenden Orten, mit dem Motorroller wäre das kein Problem gewesen.

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Aber die Rundfahrt über St. Antonio, Muro und Speloncato war dennoch sehr schön. Die Orte kleben beeindruckend wie Adlerhorste in den Felsen. Ein Rastplätzchen für die Mittagspause haben wir dennoch gefunden.

Ile Rousse

Nach rund 50 Kilometer akzeptabler Straßen erwischte uns an der Küste ein Gewitter mit Starkregen, wir fuhren daher den riesigen sonntäglichen leeren, auf mehreren Ebenen liegenden, Parkplatz des Supermarktes E.Leclerc an. (N 42°37'41.5, E 8°55'18.6) Mit Meerblick auf eine Bucht wollten wir das Unwetter auf der Parkebene 2 abwarten. Der Sprinter meldete bald mindestens Schaukelstärke 8 und das Thermometer fiel auf 18 Grad.

Das Abendessen aus der WoMo-Küche war verzehrt, die Berliner Wahlen waren klar. Plötzlich verschwanden in der Dämmerung die beiden französischen Reisemobile, die Übernachtungsabsichten signalisiert hatten. Warum denn das auf einmal? Wir waren jetzt ganz alleine auf dem unbeleuchteten Parkplatz, nachdem kurz vorher ein „Rally-Peugeot“ auf dem nassen Asphalt Schleuderübungen gemacht hatte.

Hm, so allein war uns das doch nicht so geheuer, also schnell gespült und den oberen Parkplatz im Bereich der Laternen hinter dem Supermarkt aufgesucht, dort standen zwei andere französische Mobile. Kurze Verständigung, Übernachten ist hier gemeinsam kein Problem.

Die Nacht wäre ruhig gewesen, wenn da nicht die heftigen Sturmböen und kräftigen Regenschauer gewesen wären, die um das Mobil pfiffen, bzw. auf das Dach trommelten. Dennoch halbwegs gut geschlafen.

Nun da E. Leclerc schon die Übernachtung ermöglichte, wurde die Einkaufsmöglichkeit mit riesiger Auswahl auch genutzt, übrigens zu Preisen, die bei einigen Produkten sogar unter unseren heimischen Preisen lagen. Allerdings war insbesondere Obst und Gemüse sehr teurer.

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Ob wir im Hafenbereich von Ile Rousse einen Parkplatz finden? Wir drängelten uns bis auf die Molenverbindung, Richtung Leuchtturm vor, keine Chance. An der Mole peitschte die Gischt hoch, die Wellen türmten sich vor den Begrenzungsfelsen auf. Einmal durch den Ort geschlängelt, wegen des hohen Verkehrsaufkommens im Schritttempo, da endlich ein Parkplatz.

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Pascal Paoli

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Die Sonne ließ sich wieder blicken, also schnell los. Ein eindeutig auf Touristen ausgerichteter Ort, einladende Restaurants, Souvenirlädchen und ein schöner Platz im Zentrum. Riesige Palmen rahmen die Büste des Freiheitskämpfers von Pascal Paoli ein. Nett der bestens restaurierte überdachte Markt von 1845, allerlei Spezialitäten wurden hier angeboten. Zurück über die schöne Promenade, die Wellen und der Wind ließen kein Strandleben am sandigen Strand zu.

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Golf von Galeria

Die Straße D 81b entlang der Küste soll eine fantastische Aussicht bieten, dafür eine teilweise eine miese Holperstrecke und etwas eng sein. Das können wir ja auch mit dem Motorroller erleben. Also nahmen wir die Alternative, die D 81 durch das Landesinnere. Zunächst durch eine Ebene, dann schlängelte sich die Straße über einen Berg, auch eine schöne Strecke.

Später haben wir erfahren, die Küstenstraße war gesperrt. War das gestrige Unwetter der Grund?

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Wir fuhren den terrassierten Parkplatz vor Galeria an, von vielen Reisemobilisten verflucht, denn die Übernachtung kostet 15 Euro ohne Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Tagsüber werden 4 Euro verlangt, die wurden aber nicht kassiert. Dafür ein toller Ausblick auf das aufgewühlte Meer. Aber immerhin eine Müllstation, mit der Möglichkeit die Abfälle zu trennen. Zwischendurch fielen immer wieder mal einige Tropfen, eine dunkle Wolke über dem Bergmassiv droht mit einem Grollen, aber die Sonne ließ sich immer wieder blicken.

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Das Wetter war wieder schön, aber das Meer hatte sich noch nicht beruhigt.

Immer mehr Reisemobile tauchten im Verlauf des Nachmittags auf, Österreicher, Schweizer, Engländer, Franzosen und natürlich Deutsche.

Die meist gestellte Frage, ist das Übernachten erlaubt oder nicht? Einige erfahrene Korsikafahrer berichteten über Stellplätze der letzten Jahre, die jetzt mit einer 2-Meter Barriere versehen waren.

Oberhalb des Platzes auf der Straße war ein Montageschacht der Telefongesellschaft mit drei verbogenen Stahldeckeln ein Ärgernis, immer wenn ein Auto darüber fuhr, schepperte es fürchterlich. In einer deutschen Gemeinschaftsaktion, wohlwollend von einer Schottin begrüßt, versuchten wir das Geräusch in den Griff zu bekommen, leider nur mit geringem Erfolg. Aber in der Nacht wird kaum Verkehr herrschen, trösteten wir uns, was sich auch bestätigte.

Positiv im Gegensatz zum Campingplatz in St. Florent, so gut wie keine Mücken.

Wir schlenderten am Abend in den kleinen Badeort Galeria, auffällig auch hier, überall Halteverbote für Reisemobile und die üblichen 2-Meter Barrieren.

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Links, ein “fliegender” Fisch?

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Fast am Ende der Sackgasse zum Hafen kehrten wir in das Restaurant „U Sulana“ ein, hier konnte man gemütlich auf der Terrasse sitzen. „Moules frites“ mit einem Glas Wein stand für 13 Euro auf der Tafel, eine gute, reichliche und schmackhafte Wahl. Der große fette Hund des Hauses bettelte, wir ließen uns nicht erweichen. Seufzend ließ er sich zu unseren Füßen nieder.

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Der Wind ließ am späten Abend deutlich nach, das Meer tobte dessen ungeachtet noch ein wenig vor sich hin. Mit den Brandungsgeräuschen ließ es sich gut einschlafen, die Laufe der Nacht etwas nachließen. 

Um 7:20 Uhr klopfte vernehmlich ein Mann der Gemeinde an das Mobil und kassierte die Parkgebühr. Dafür gab es eine offizielle Quittung der „Commune de Galeria“ für „Parking Camping-Cars Nuitée Prix 15 €“. Jetzt kann man sich fragen, geht man dann nicht lieber für drei Euro mehr auf den Campingplatz im Ort? Nein, die anwesenden 10 Mobile haben sich für den großartigen Ausblick auf das Meer entschieden. Ob ich mich allerdings als VW-Bus Fahrer mit Minimalausstattung auch so entschieden hätte? Immerhin waren vier Fahrzeuge dieser Art auf dem Platz. Die Insassen verschwanden in den Büschen um dort zu ...

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Ein deutscher Mobilst erzählte, er wäre am Campingplatz gewesen, die Wohnwagen waren bereits eingepackt, eine nicht sehr einladende Atmosphäre. Aber auch wegen der unfreundlichen Ansprache des Inhabers sei er weg gefahren.

Übrigens, unsere Quittung trug die laufende Nummer 548 dieser Serie, eine schöne Einnahme für die Gemeinde, die den Ort gänzlich für Reisemobile gesperrt hat.

Am Morgen blauer Himmel, es besuchte uns eins der vielen kleinen Rindviecher am Reisemobil, da dort noch minimale Grashalme zu knabbern waren.

Calvi

Das herrliche Wetter ließ keinen Zweifel aufkommen, entlang der Küste über die D 81b nach Calvi mit dem Motorroller fahren.

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Eine sehr schöne, aber kurvenreiche Strecke durch überwiegend total einsame Gegend. Felsig, eine zerklüftete Landschaft. Immer wieder tolle Ausblicke über die Steilklippen auf das Meer. Zum Teil ist die Straße erneuert, zum Teil noch eine vielfach geflickte Holperstrecke. Aber für normale Reisemobile bis auf ganz wenige Engstellen bei eventuellen Gegenverkehr kein größeres Problem. Der Grund für die gestrige Sperrung war auch ersichtlich, ein mächtiger Erdrutsch hatte die Straße überschüttet. Fleißige Bauarbeiter hatten die Straße bereits mit größeren Räumgeräten freigelegt und bearbeiteten noch den Hang mit einem Bagger.

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Von der Halbinsel Revellata (für Reisemobile verboten) ging eine Stichstraße zu der “Chapelle de Notre Dame de la Serra” von dort ein sehr schöner Blick auf Calvi und die Zitadelle.

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Auch Touristen haben sich hier verewigt ...

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Calvi liegt malerisch auf einem Sporn, die Festung von mächtigen Mauern umgeben.

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Mitten in der Festung eine Kirche und enge Gassen mit hohen bewohnten Häusern. Von den hohen Wallmauern hat man einen weiten Blick über den Hafen, der Bucht und im Hintergrund auf die Balagneberge. Natürlich auch hier ein fast schon unvermeidlicher Genuesenturm.

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Im Hafenbereich viele kleine Gassen mit Bars und Restaurants für die Touristen. In dieser Zeit ging wieder alles viel ruhiger zu, uns hat das Ambiente gut gefallen. Nach einem Snack sind wir wieder die Küstenstraße nach Galeria gefahren, zurück eine ganz andere Perspektive auf der Strecke.  

Nach rund 80 Kilometer geschändetem Hintern stand die Frage an, heute schon nach Porto fahren?

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Nein, ein gemütlicher Nachmittag mit Blick auf das blaue Meer tut es auch. Gut, lassen wir uns wieder früh vom Gemeindemenschen wecken, nicht zu verwechseln mit einem gemeinen Menschen, denn er war selbst am frühen Morgen sehr freundlich.

Am späten Nachmittag tauchte ein Reisemobil aus Fulda auf, schnell kamen wir ins Gespräch mit dem netten jüngeren Paar. Am Abend tranken wir einige Gläschen Wein und redeten über Gott und die Welt.

Die Nacht war wieder kurz, es wurde gegen 7 Uhr kassiert. Aber noch früher verkrümelten sich drei „sparsame“ Reisemobilisten, keine 15 Euro gezahlt ... Die ersten Autos schepperten bald über die drei Stahldeckel, der Schlaf war vorbei. Auf diesem Stellplatz ist ein Wecker entbehrlich.

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