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Korsika 09. September bis 16. Oktober 2005 über 3779 km

Ein Reisebericht von Ilse Warm

Durch die Schweiz, über den großen Sankt Bernhard und Turin erreichen wir am Abend, ohne Maut, den Fährhafen in Savona - Italien.

Zwei Stunden später sind wir, ohne Vorbuchung, schon auf der Regina, der Corsica Ferries Linie (es gibt kein Camping an Bord). Morgens geht’s in Bastia an Land.

Wir wollen die Insel im Uhrzeigersinn, also Richtung Süden umfahren. Gleich hinter der Unterführung in Bastia sprudelt ein gewaltiger Brunnen.

Das Mineralwasser schmeckt köstlich und wir füllen alle Tanks und Flaschen.

In Querciolo biegen wir ab, und erholen uns hinter einem Eukalyptushain in Marina di Sorbo von der Reise, die wegen eines starken Gewitters auf dem Meer, meinem Magen nicht bekommen war, am Strand.

Nach Rückfrage im Strandrestaurant können wir auch über Nacht stehen bleiben, genießen das Wasser, jeden Morgen geht’s vor dem Frühstück hinein, die Sonne und ein gutes Essen im Restaurant, während der Hund des Hauses unser Wohnmobil bewacht. Oder doch nicht?

Wir wollen Edelkastanien sammeln, doch leider sind sie noch lange nicht reif. Kastanien sind ein traditionelles Exportprodukt, dienen aber auch für die frei umherlaufenden Tiere. Früher wurde aus dem Mehl Brot gebacken.

In Moriani machen wir einen Abstecher bis Piobetta in die Castagniccia, früher eine reiche Region

Hinter San Nikolao, mit seinem Barock-Kirchturm, gibt es wieder einen Brunnen. Dann folgen mehrere Tunnel, die wir sehr vorsichtig und auch skeptisch durchfahren, aber unser 3 m hohes Mobil passt durch.

Dazwischen befindet sich der Wasserfall, „Cascade de Lecelulline“, zu dem man hinabsteigen und im Becken darunter baden kann.

Um in Cervione auf die D 352 zu gelangen wird’s dann richtig eng, es passt keine Hand mehr zwischen Wohnmobil und Hauswand.

Dann folgt eine echte Panorama Strecke, die wegen der vielen freilaufenden Rinder vorsichtig befahren werden muss. In Piobetta können wir dann im felsigen Flussbett und einer Gumpe baden.

Nah der Alistro-Mündung halten wir uns weitere Tage am Strand auf. Stehen dort mit mehreren Reisemobilen neben dem Restaurant „Stella Marina“

Ab Cateraggio, es geht nur langsam berghoch, machen wir einen Abstecher in die Berge bis Ghisoni.

Auf engen Straßen fahren wir bis zu traumhaften Badegumpen ab Solenzara. Malerisch sind die Schluchten und Gebirgsformationen der Via Ferrata mit ihren Canyoning Parcours.

Unsere Tochter schwärmt noch immer von den geführten Canyoning Touren im letzten Sommer, wofür man natürlich auch fit genug sein muss.

Vor Porto Vecchio gehen wir auf den Campingplatz „Golfo di Sogno“, der kaum noch besucht ist. Wir haben einen wunderschönen Blick über die Bucht. Bis zur Stadt sind es 11 km, die wir mit dem Fahrrad zurücklegen. Große Supermärkte befinden sich am Stadtrand. Einige Wohnmobile stehen auch in der Stadt. Wegen der Entsorgung fahren wir, wenn es nötig ist auf Campingplätze. Für Frischwasser ist es nicht notwendig, denn Mineralwasserbrunnen findet man an der gesamten Strecke.

Weiter geht es zum berühmten, korsischen Plage de Palombaggia und dann zum Plage de Calahonda. In der hügeligen, einsamen Landschaft ist es schwierig einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden, zum Teil sind die Wege üble Schotterpisten. Und in dieser Jahreszeit treffen wir selten auf andere Mobile.

Zwischen Kreidefelsen führt die Straße nach Bonifacio hinab, aber zuerst fahren wir am Ortseingang erstmal links wieder hinauf zum Leuchtturm am „Capo Pertusato“. Hier, am südlichsten Punkt Frankreichs, haben wir die freie Auswahl für einen Übernachtungsplatz und eine herrliche Aussicht auf die „Falaises“ (Steilküste) und Bonifacio. Nachdem wir die Steilküste am Leuchtturm hinuntergeklettert sind, haben wir das Meer und den Kreidefelsenstrand für uns allein.

In Bonifacio, am Hafen geht es steil bergauf in die Altstadt. Es sieht zwar sehr eng aus, aber oben gibt es am Rand genug Platz zum Parken (gebührenpflichtig).

In den Stützbögen die man in den Gassen sieht, wird das Regenwasser von den umliegenden Hausdächern in die Zisterne unter dem Kirchenvorplatz geleitet.

Jetzt folgen wir der N 196 bis Sartène, kaufen ein, fahren zurück und biegen dann Richtung Tizzano ab. Hier sind die Brunnen weitgehend trocken. Links ab, geht es dann über einen sehr schlechten Straßenbelag in die Mègalithes de Cauria.

 Zurück fahren wir bis Tizzano, wo wir kein Plätzchen zum übernachten finden. Dann begeben wir uns oberhalb des Navara-Flüsschens auf eine 5 km lange, vom Regen ausgewaschene Sandpiste. Wir brauchen 50 Minuten, unser Wohnmobil leidet sehr und es geht nicht ganz ohne Kratzer. Mehrere Tage verweilen wir in totaler Einsamkeit am wunderschönen Strand Tralicetu im Golf von Mortoli.

Über Sartène, Propriano weiter über die N 196, vorbei an trockenen Brunnen, erreichen wir Ajaccio. Wir parken auf einen gebührenpflichtigen Parkplatz im Hafen uns schauen uns die Stadt an. Auf dem Place Marechal Foch steht das Napoleondenkmal und auf dem Square Campinchi findet der allmorgendliche Markt statt. Pointe de la Parata mit Blick auf die Iles Sanguinaires (Blutinseln), statten wir danach einen Besuch ab.

Jetzt windet sich die enge Straße entlang der Steilküste Les Calanche von Piana bis Porto. Eng und kurvig geht die D 81 weiter, für große Wohnmobile wegen der überhängenden Felsen schon etwas schwierig. Busse fahren auch, aber der Gegenverkehr muss immer in die Ausweichbuchten. In dem rostroten Felsengestein während der Fahrt vertraute Formen auszumachen ist bei dem Straßenverlauf äußerst schwierig.

Dann folgt auch noch am Col de la Croix eine 11 km Baustelle, wir brauchen dafür 2 Stunden und sind dann aber doch froh die Strecke im Uhrzeigersinn gefahren zu haben.

Wir kurven weiter an der steilen Felswand entlang. Diese Strecke in der Hauptsaison zu fahren, puh, daran mag ich gar nicht denken.

Hier vor der Stadt Galèria befindet sich ein terrassenförmiger Reisemobil Stellplatz der tagsüber kostenlos ist aber nachts 15 € kostet.

In Calvi finden wir keinen Parkplatz und ein großer Platz hinter der Stadt, dort stehen einige Reisemobile, ist arg vermüllt.

Die Stadt ist, mit dem Boulevard Wilson – die Bummelmeile von Calvi, zur Besichtigung gut zu Fuß erreichbar. Wir übernachten etwas weiter am Pisanerturm an der Punta Caldano auf glattgewaschenen Granitfelsen mit Blick auf Calvi

In der Bucht von Saleccia soll es einen traumhaften Strand geben. Wir finden den Abzweiger, geben aber auf um keinen Achsenbruch zu erleiden und sind froh nach 500 m überhaupt noch drehen zu können. Von St. Florent ist der Strand in der Ferne zu erkennen, man erreicht ihn nur per Boot oder Geländefahrzeug. Am Ortsausgang von St Florent können wir am Kieselstrand stehen. Es gibt eine romanische Kathedrale und eine kleine Zitadelle, uns gefällt das Örtchen.

An Nonza vorbei finden wir in Minerbio einen der unzähligen Brunnen, Einwohner bestätigen gute Trinkwasserqualität, es steht „Non potable“ dran, bedeutet nur, dass das Wasser nicht geprüft ist.

Der Blick von der hochgelegenen Straße auf Centuri-Port, eine Postkartenidylle ist mindestens so schön wie die Strecke runter durch den Ort.

Auf dem Col de la Serra bläst ein starker Wind und wir steuern dem nördlichsten Punkt Korsikas an.

Am Cap Corse, in Tollare bleiben wir mit Blick auf die Ile de la Giraglia, die wie ein Krokodil aussieht, direkt am stürmischen Strand stehen.

Die Ostküste nach Süden über Bastia ist nicht so steil. Südlich von Bastia am Etang de Biguglia verbringen wir die letzten Tage auf Korsika. Schauen uns die mächtige Kathedrale Santa Maria Assunta `La Canonica und die Romanische Kirche San Parteo an.

Am letzten Tag wollen wir uns Bastia anschauen woraus leider nichts mehr wird. Der Fährhafen in Bastia wird bestreikt und in den nächsten Tagen läuft kein Schiff mehr aus. Da das Wetter schlechter wird und unsere Heizung nicht mehr zündet wollen wir so schnell wie möglich die Insel verlassen. Wir bekommen die Mitteilung, dass die Fähre pünktlich um 23 Uhr in Ajaccio ablegt. Nach 3, 5 Std. Fahrt über Corte schaffen wir es noch und können als letztes Fahrzeug einfahren, dieses Glück haben nicht alle und bei dem großen Polizeiaufgebot im Hafen von Ajaccio wurde es uns schon etwas unheimlich. Aber es ging alles gut und während der gesamten Reise gab es auch keine Probleme.

Wir fahren die gleiche Strecke durch die Schweiz zurück und treffen uns noch für einige Tage mit Freunden an der Deutschen Weinstraße.

Doch auch hier gibt es in diesem Jahr kaum die von meinem Mann begehrten Esskastanien, dafür aber einen guten Wein.

 

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